Danko Jones im Postbahnhof, Berlin am 01.11.2012.

Danko Jones muss pro Jahr schon mindestens ein Mal sein. Mindestens. Am besten im November, denn gegen Atom, JC und den Meister der spitzen Zunge hat graue Herbstlaune einfach so gar keine Chance. Stattdessen: Rock’n’Roll. Pur und dreckig.

(c) Danko Jones

(c) Danko Jones

Die schwedische Vorband Bombus heizt zusammen mit den Wärmestrahlern an der Decke schon mal gut ein. Laut und vor allem mit Ausdauer – hier geht kein Song unter fünf Minuten Metal- und Haupthaar-Gefetze ab.

Danko Jones hat im Anschluss eine gute Mischung aus neuen und alten Songs im Gepäck: Mit „Terrified“ geht’s zwar ordentlich los, aber wenn danach „Forget My Name“ durch die Halle dröhnt, dann überlegt man doch noch mal kurz, wie gut „Rock’n’Roll Is Black And Blue“ tatsächlich ist.

Gut – weil sich die Band nicht weiter Richtung kommerzielle Hörbarkeit orientiert hat, sondern fett und dreckig in ihrer Garage-Ecke geblieben ist. Knietief im Schmutz und „with the little song fist“ genau dort, wo die Sonne nicht scheint. Yeah! Aber… ein bisschen schwächer als „Below The Belt“ mit seinen zitiertauglichen Texten und geschliffeneren Melodien ist es schon. Und vom unschlagbaren Garage-Blues-Rotz von „Born A Lion“ gar nicht zu reden.

Von beidem haben Danko Jones an diesem Abend mit „Full of Regret“ (samt respektablem Drumsolo) und „Lovercall“ bei weitem nicht genug dabei – aber vielleicht liegt das auch einfach daran, dass dieses Konzert mit 12 Songs einfach so gar nicht lang genug ist.

Zwar ist Berlin angeblich die Stadt, auf die Danko Jones seit 2 Wochen und 5 Tagen Tour sehnsüchtig gewartet hat, zwar macht er gekonnt Scherze über Hämorrhoiden und Leute, die erst reinbrüllen und sich dann bei Nachfragen schüchtern verstecken, und lobt das Engagement der Donnerstags-Konzertbesucher, aber ganz bei der Sache scheint er nicht. Die berühmte Zunge – „I show you what I got!“ – wird nur einmal ausgefahren, die Texte haken ab und an ein wenig… aber geschwitzt wird trotzdem.

JC am Bass scheint dafür umso mehr Spaß zu haben und Atom Willard an den Drums lässt hinter der Schießbude wie immer das ausgeflippte Tier aus dem Käfig. Also, Spaß macht Danko Jones. Immer. Man kann sich nicht helfen, dieser Egomane, diese ganze Band knallt einfach und auch an diesem Abend gibt’s einiges zu lachen.

Bei den Zugaben „I Think Bad Thoughts“ und „Had Enough“ verhaut sich der Mischer plötzlich in der Abstimmung – auf einmal ist von Dankos Stimme gar nicht mehr viel zu hören, und dann sind zwei Songs sowieso viel zu schnell vorbei. Der Final Countdown mit „Mountain“ kommt viel zu bald, und ist beinahe im Schnellverfahren vorüber. Ein Winken, doch noch ein „thank you“ und „good-bye, Berlin“. Und das, wo man nur eins denkt: Mehr!!

Wie war das? Das nächste Konzert diese Sonntagnacht um 3 Uhr auf dem Frankfurter Flughafen? See you there, Danko…!! We don’t give a single fuck!

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