Knochenkalle & der Keksfund.

In der Speisekammer rumort es, und zwar gewaltig. In der Küche stehen die Schränke offen, die Schubladen sind herausgezogen und die Tür vom Kühlschrank ist nur angelehnt. Milchig-goldenes Licht fällt durch einen Spalt in den dunklen Raum. In der Speisekammer ist Licht und Knochenkalle rumort.

Was er mache? „Schokolade suche ich, verdammt! Oder Kuchen! Irgendwas brauch ich grad… heute ist ein Tag für Zucker“, schimpft Knochenkalle und fährt fort, Laden aufzuziehen, Dosen zu öffnen und Gläser aufzuschrauben. „Aber hier ist ja nichts! Du hast ja alles weggefressen…“, brummt er.

Ich grinse. Fett und Zucker und ich in einem Haushalt, zur gleichen Zeit, das kommt doch eher selten vor.

„Da!“, Knochenkalle triumphiert, „Auf dem obersten Regal! Habse!! Gefunden!“ Und über alle Backen und Backenbart strahlend schiebt er sich eine Handvoll Weihnachtskipfel in den Mund. Weihnachtskipfel. Es ist Oktober.

„Na und?“, strahlt er, „sind noch gut. Schön knackig. Lecker.“ Er nimmt die Dose und verzieht sich in seinen Lehnstuhl. Ich höre ihn kauen und schmatzen und sich freuen über beides. Oktober ist es. Anfang Dezember backt Knochenkalle neue Kekse. Wie jedes Jahr.

Wer hätte gedacht, dass die letzte Produktionsreihe immer noch schmeckt, gleich und gut, nach allem, was passiert ist.

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7 Gedanken zu “Knochenkalle & der Keksfund.

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