Past Concerts: Concert for George, Royal Albert Hall/London, 20.11.2002.

„Little things that change you forever.“

Als George Harrison vor über 12 Jahren starb, war ich traurig. Als Teenager hatte ich meine Zeit als Hardcore-Beatlemaniac und das hat mich geprägt. In dem, was ich bin – so blöd es klingt. Musikalisch sowieso. Und daher war es für mich ein großes Ereignis, dass ich tatsächlich zu diesem Konzert nach London fliegen konnte. Und mich irgendwo, ganz winzigklein, am Rand dieses Video weiß.

Sein Sohn Dhani und seine Frau Olivia Harrison hatten die Idee gehabt, auf diese Weise an seinen Tod (oder eher: an sein Leben!) zu erinnern, und Eric Clapton und Jeff Lynnehaben die musikalische Organisation all der Musiker übernommen, die George gekannt und gemocht haben. Ich bin mit einem Haufen völlig durchgeknallter Mädels angereist und den halben Tag vor Beginn desKonzerts haben wir vorm Bühneneingang verbracht. Irgendwo hab ich noch die Autogramme von Jeff Lynne (ein Hut mit Locken) und einem McCartney-Studiomusiker (ohne Hut und ohne Haare)… An all das habe ich jetzt, zwölf Jahre später, keine großartige Erinnerung mehr.

Aber ich weiß nochziemlich genau, wie es war, als wir endlich in die Albert Hall eingelassen wurden: Überall standen riesigeBodenvasen mit bunten Blumen und über allem lag ein Duft von Räucherstäbchen. Alles begann sozusagen, bevor auch nur Musik zu hören war.

Das Konzert selbst wurde durch ein riesiges Orchester indischer Musiker und einen traditionellen
sarve shaam eröffnet. Wow! Zu Klassik hab ich sonst keinen Zugang und auch indischer Musik dieser Art habe ich an diesem Abend wohl zum ersten Mal gehört. Aber wow! Es war einfach perfekt schön.

Mit „The Inner Light“ wurde danach die Brücke zurück zum Beatle George Harrison geschlagen. Ravi Shankar widmete seinem Freund ein letztes Lied und schloss damit das Gedenken an den spirituellen George ab.

Die Monty Python-Mitglieder Eric Idle, Terry Jones und Terry Giliam, Tom Hanks und einigen andere widmeten ihre Songs, u.a. „The Lumberjack“, einer ganz anderen Seite seines Charakters, nämlich dem Humor. Um die rockige Seite kümmerten sich anschließend fast alle großen Musiker aus George’s Leben: Bis auf Bob Dylan und Paul McCartney (der zwar körperlich anwesend war, aber von Bühnenpräsenz keine Spur) waren so viele Sterne versammelt, dass ich hier mit Sicherheit nicht mal die Hälfte zusammenkriege… Eric Clapton natürlich, Ringo Starr, Gary Brooker, Klaus Voormann, Tom Petty & The Heartbreakers, Sam Brown, Billy Preston, Jim Keltner, … auf jeden Fall genügend Leute für zwei Drumsets, Klavier, Keyboard und unzählbar viele Gitarren.

Und nicht zu vergessen Dhani Harrison, George’s Sohn und Ebenbild. So viele Songs, ich weiß gar nicht, welche mir am besten gefallen haben. Ich erinnere mich an ein paar sehr traurige Momente mit „Photograph“ und „All Things Must Pass“ – aber auch an genauso viel Power und Druck mit „Horse To the Water“ und „While My Guitar Gently Weeps“.

Außer dem irgendwie muffigen Paul haben alle anderen einem guten Freund wirklich noch einmal ein
riesengroßes Geschenk gemacht: einen Abend voller Erinnerungen an gute Zeiten. Nachdem Olivia am
Anfang des rockigen Teils die Bühne verlassen hatte, kam sie am Ende noch einmal zurück: „Watching Dhani on stage is like George had stayed young while we all had been getting old.“ Und typisch Harrison war Dhani das natürlich entsetzlich unangenehm: Spaß ohne Ende auf der Bühne, aber bloß kein Blick in die Kamera!

Das Ende machte Joe Brown mit einem ganz stillen „I’ll See You In My Dreams“. Nirgendwo gibt es eine
Aufnahme dieses Songs-mit-Ukulele. Aber eigentlich kann auch kein Video der Welt diesen Konfettiregen am Ende, die Zufriedenheit nach einem Abend guter Musik und das Gefühl eines endgültigen Abschieds wiedergeben. Thank you, George.

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6 Gedanken zu “Past Concerts: Concert for George, Royal Albert Hall/London, 20.11.2002.

  1. Jane Blond schreibt:

    Ich „beneide“ dich noch immer um dieses Erlebnis!
    Zu Paul … Das lag wohl an Ringos Anwesenheit. Wie man die beiden zusammen auf eine Bühne bekam, ist mir eh ein Rätsel.

    • rocknroulette schreibt:

      können die sich so wenig leiden?
      ich hab gestern abend noch mal geschaut, ob er vielleicht einfach traurig ist und jubel für sich für „unangemessen“ hält oder so. aber der einblick bleibt, er wirkte einfach muffig.

      • Jane Blond schreibt:

        Ewig schon nicht. Weiß die Presse … Was Pauls muffiges Gesicht erklären könnte. Und Ringo wirkt irgendwie auch unentspannt.
        Mag auch sein, dass das Quatsch ist, und nicht s damit zu tun hat, dass die sich nicht mögen. Lag nur nahe, in die Ecke zu denken.

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