John Allen & Full Band: Record Release Show am 27.09.2014.

Am Abend vorher zum ersten Mal geprobt – und dann ein Hammerkonzert mit Gänsehautfaktor hoch 10 hingelegt: John Allen & Band rocken den Kleinen Donner beim Record Release in Hamburg!

Nachmittags um 16 Uhr, vier Stunden vor Stagetime: Ein komplett von Nervosität geschüttelter John Allen hopst in einem Bob-Dylan-Shirt durch die Gegend wie ein Brummkreisel auf Mate, schleppt Instrumente und kriegt außer „Ich bin ja so nervös! Ich hab gar nicht geschlafen! Ich bin JA SO NERVÖS!!“ gar keine vollständigen Sätze heraus.

(c) John Allen

(c) John Allen

Nach und nach tröpfelt die Band dazu und die ersten Scherze lockern die Stimmung: Rene, der „Rücken“ hat, und später E-Gitarre spielen wird, überlegt, wie er während des Auftritts seine Schmerzmittel am besten dosieren kann – Tropf vielleicht? Dazu kommen die flotten Sprüche von Schlagzeuger Lars, Karsten am Pedalsteel und Tim am Bass. Und natürlich von Marcel Lichter, der am Klavier sitzen wird und als Bandältester sowohl am meisten austeilt als auch einstecken muss.

Als sich die versammelten Scherzbolde zum Soundcheck Richtung Bühne bewegen, kehrt geschäftige Arbeitsatmosphäre ein – schließlich wurde praktisch noch gar nicht geprobt! Durch den ersten Song kämpfen sich die Jungs noch etwa wackelig durch, aber dann geschieht ein kleines Wunder: Wie durch Zauberhand fügen sich die verschiedenen Instrumente zusammen, verbinden sich und entfesseln die Energie, die John Allens Musik ausmacht. Hier und da wird noch ein bisschen was justiert, ein Break geklärt, eine Klavierpartie geprobt, ein paar Bassgriffe fixiert (O-Ton Tim: „Also Rene, ich spiel hier grad was, aber mit dem, was du machst, hat das gar nichts zu tun!“). Dazu immer wieder Lachen, ein übermütiger Sololauf – man merkt, wie sehr sich die Jungs auf den Abend freuen und diese Freude wirkt mehr als ansteckend.

Es ist 18 Uhr. Der Soundcheck ist erledigt, es bleibt noch Zeit zum Abendessen und dann geht es endlich los… der Kleine Donner füllt sich langsam, am Ende des Abends werden gut 150 Leute da sein – was gut dazu passt, dass dies heute abend gleichzeitig auch John Allens 150. Bühnenshow ist!

20 Uhr. Die Vorband Ben Turner legt eine ordentliche Messlatte vor: Der eher zartgebaute Ben hat ein ordentliches Stimmvolumen und ungewöhnlich lange Songs am Start. Später am Abend wird noch gerätselt werden, ob Frank Turner hier seine Hände (oder andere Körperteile) im Spiel gehabt haben könnte – aber nein: Ben und Frank haben nichts gemein außerdem (Allerwelts-)Namen. Und der Tatsache, dass man bei ihrer Musik Gänsehaut bekommen kann.

(c) John Allen

(c) John Allen

Und dann ist es endlich soweit! John Allen betritt die Bühne, solo, und spielt als erstes die zarte Klavier-Ballade „1917“. Gänsehaut, die Zweite. Es folgt ein buntes Potpourri aus dem Debütalbum und der kompletten Tracklist von „Sophomore“ – „Schließlich soll dieses Konzert ja länger sein als 50 Minuten“, strahlt John Allen. Und überhaupt: Wie er strahlt!

Seine persönliche Freude an der Musik springt funkensprühend auf das Publikum über – spätestens bei dem unverhofften Übergang vom „Learning To Fly“-Intro zu dem rockigen „Rock’n’Roll Romeos“. John Allen selbst wird diesen Moment später als „den Besten des Abends“ beschreiben, aber eigentlich stimmt das nicht: Der ganze Abend steckt viel zu sehr voller Energie, voller Freude und Zuneigung zwischen Publikum und Musikern als dass man einen einzigen Moment als den Allerbesten herauspicken könnte.

„Night Falls Over Reno“ mit seiner Klavierbegleitung ist zum Beispiel auch so ein Augenblick. Oder „Confusion“. Oder „Lessons I Have Learned“. Oder das brandneue „Movie Screens“. „Blood Brothers“ auch – der wird mit seinem Whatever-Happens-Refrain sogar zum Running Gag des Abends: Zum einen muss das keiner im Publikum mehr üben und zum anderen funktioniert das Mitsingen hier so gut, dass die Meute gar nicht mehr aufhören will. Whatever happens… das funktioniert auch auf „Home“, als Zwischenruf und als Zugabe-Forderung. Wenn es nach der letzten Tour jede Menge #emptybars-Tattoos gegeben hat – es wäre nicht verwunderlich, wenn sich nun Whatever happens auf etlichen Unterarmen wiederfinden würde. Oder das Shalalala von „Late Night Summer Serenade“.

Es folgen noch „Better Times Ahead“ und dann ist es viel zu früh Zeit für „Famous Last Words“… zum Glück lassen sich weder John Allen, noch die Band lange um eine Zugabe bitten. Ruck-zuck sind sie wieder auf der Bühne und legen mit „On The Road“ noch mal einen echten Knaller nach.

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(c) John Allen

Sagte ich vorhin, dass es eigentlich keinen besten Moment des Abends gab? Ich nehme es zurück. Es gab zwei. Oder drei. Mindestens. „On The Road“ haut mich jedes Mal um, genau wie „Thou Shalt Be Saved“. Bei der letzten Zugabe „Freedom“ wurde dann noch einmal alles gebündelt, was diesen Abend so aufregend, berührend und fröhlich machte. Whatever happens, das wird definitiv als eins der besten Konzerte in meine persönlichen Musik-Memoiren eingehen.

Apropos Memoiren. Noch eine persönliche Bemerkung am Schluss: Diese mysteriöse Sabine, in deren Roman John Allen mit dem Song „On The Road“ vorkommt… das bin ich. Wer wissen will, welche Rolle er spielt (oder auch nur einen der exklusiven Jutebeutel kaufen will), kann hier gucken: www.visionbakery.com/druckstaueffekt oder am 03.10. zur Lesung ins Haus73 kommen. In jedem Fall gilt John mein heißer Dank, fürs Mitmachen, Bekanntmachen und überhaupt. You’ll always be my Rock’n’Roll Romeo.

Setlist:

  1. 1917
  2. Broken Hearts
  3. Springtime
  4. Learning To Fly / Rock’n’Roll Romeos
  5. Night Falls Over Reno
  6. So Long
  7. Confusion
  8. Movie Screens
  9. Lessons I Have Learned
  10. Blood Brothers
  11. Home
  12. New Year’s Eve
  13. Late Night Summer Serenade
  14. Better Times Ahead
  15. Famous Last Words

Encore:

  1. On The Road
  2. Thou Shalt Be Saved
  3. Freedom
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10 Gedanken zu “John Allen & Full Band: Record Release Show am 27.09.2014.

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