#dreiworte: Der Spreepark brennt.

Nachdem die Stadt Berlin Berlin das Gelände des ehemaligen Spreeparks im Plänterwald aufgekauft hat und – surprise! – alle Aktivitäten im Park (Führungen mit Christopher Flade, die wieder funktionierende Parkbahn, das Parkcafé, den ehrenamtlichen Wachschutz…) abgewürgt hat, hat es diese Nacht – doppelsurprise! – gebrannt. Und zwar gleich zwei Mal.

Ein Schelm, wer warmer Abriss dabei denkt…? Fakt ist: Das Gelände hat eine eigene Anlegestelle und wäre wundervoll geeignet, um dort teure Luxusappartments zu bauen. Oh Berlin… Ich bin traurig und wütend, dabei war ich nur ein einziges Mal auf diesem verwunschenen Gelände. Aber ich hab mich verliebt – in die Atmosphäre und die Leidenschaft derer, die den alten DDR-Freizeitpark wieder zurück ins Leben holen wollten.

Deswegen – und um zu zeigen, wie schön es dort war – ein exklusives Vorab-Kapitel aus meinem zweiten Roman mit dem Arbeitstitel „#DreiWorte“, in dem meine Protagonisten Till und Milka auf dem Gelände ‚einbrechen‘. Hab ich übrigens nicht getan. Sonst gäbe es diesen Kapitel mit den vielen realen Infos aus der Führung des großartigen Christopher Flade nämlich nicht:

Es dämmert schon, als wir über die Absperrung auf das Gelände klettern. Till wuchtet zuerst mich auf den Zaun; er selber flankt über das mannshohe Gitter, als würde er nie etwas anderes tun, und fordert mich dann auf, mich in seine Arme fallen zu lassen. Wir kippen zusammen ins Gebüsch, extrem romantisch. Vor allem, weil wir nur knapp neben einem Haufen Dreckpapier landen.

Riesenrad (c) Christopher Flade

(c) Christopher Flade

Wir sind hier, weil ich das Riesenrad sehen will. Ich hatte es entdeckt als wir neulich mit der Ringbahn über Ostkreuz zu einer Party gefahren waren. Ich weiß nicht, wieso es mir vorher nie aufgefallen war, aber da tauchte es zwischen Sonnenallee und Treptower Park plötzlich auf: inmitten von Häusern, einsam, völlig absurd und ein bisschen gespenstisch.

Till kannte es schon und wusste auch, dass zu dem Riesenrad früher ein ganzer Freizeitpark gehört hatte. Er erzählte, dass es den Spreepark noch bis vor gut zehn Jahren gegeben hätte – einen Vergnügungspark aus DDR-Zeiten, der nach der Wende noch eine Weile weitergelaufen wäre, aber mittlerweile geschlossen sei. Heute liegt das Gelände brach, die meisten Fahrgeschäfte sind abgebaut und die Natur hat sich ihren Besitz zurückgeholt: Die früher sorgfältig angepflanzten Bäume und Büsche sind in den Himmel gewachsen, Betonreste bröckeln, und die leeren Flächen sind von brusthohem Unkraut und gelber Goldrute überwuchert. Still, einsam und outta space.

Ich hab ja eine Leidenschaft für diesen ganz eigenen, abgeranzten und einsamen Charme, den man in Berlin… na ja, wohl nicht mehr so oft findet, aber an ein paar Orten dann doch. Ich mag alte Fabrikgebäude und Hallen, wie es sie zum Beispiel auf dem RAW-Gelände an der Warschauer Straße gerade so eben noch gibt, bevor das Ganze dem Erdboden gleichgemacht wird – was kommt da eigentlich drauf? Shoppingcenter oder Büros, oder noch‘n Hotel vielleicht? Auf jeden Fall wohl was, was Berlin zum Verrecken nicht braucht.

Aber solange es diese Orte gibt, bin ich da gern und versuche immer, neue verborgene Plätze zu entdecken – also muss ich auch dieses Riesenrad sehen. Und ich finde es mehr als super, dass Till für solche Schwachsinnsaktionen immer zu haben ist. Moses hätte jetzt erst mal gefragt, warum. Warum ich das sehen will. Da sei doch nichts mehr los. Und wenn ich dann geantwortet hätte: Ja, genau deswegen!, dann hätte er sein typisches Kneifgesicht gemacht. Stirn gerunzelt, Nase gekraust, herrgott, auf die Fresse, ich weiß schon, warum wir nicht mehr zusammen sind. Till wuchtet mich stattdessen über Zäune und lässt sich nicht mal anmerken, dass er sich dabei ‘nen halben Leistenbruch hebt. Nee, der nicht.

Der krabbelt jetzt auf allen Vieren aus dem Gebüsch und schaut sich um. „Da vorne müsste der alte Bahnhof von der Wildwasserbahn sein. Willst du den auch sehen oder willst du direkt zur Pirateninsel und zum Riesenrad?“, fragt er. „Nee, wenn wir schon mal hier sind, will ich mir alles angucken“, antworte ich. „Na, alles schaffen wir wohl nicht, der Spreepark ist ja immerhin an die 20 Hektar groß… aber die Wildwasserbahn, den Schwanenteich und die Dino-Wiese kriegen wir hin“, sagt er, „und dein Riesenrad natürlich.“

Wildwasser (c) Christopher Flade

(c) Christopher Flade

„Du kennst dich ja aus, nicht übel“, sage ich und erfahre, dass er als Kind mit seinen Eltern oft hier war: „Da gab’s aber noch die Loopingbahn, Karussells und alles Mögliche. Ich hab’s echt geliebt! Das Zeug ist bei der Schließung dann teilweise von den Schaustellern selber mitgenommen worden oder wurde von dem Verwalter spottbillig verkloppt. Da gibt’s Geschichten, ich… psst!“. Er scheucht mich zurück hinter den Busch und drückt sich selber hinter einen Baum.
„Was…?“ – „Psst!!“, er gestikuliert und ich sehe nur ein paar Meter entfernt einen Wachmann auf einem Fahrrad an uns vorbeifahren. Till legt den Finger an die Lippen. Der Typ sieht ganz entspannt aus, wie er da pfeifend mit dem Rad durch die Dämmerung gondelt, aber mir bleibt fast das Herz stehen.

Ich bin noch nie erwischt worden bei meinen lost places-Touren.  Aber ich habe jedes Mal eine Heidenangst, dass doch mal einer kommt und mich schnappt. Vor lauter Begeisterung vergess  ich zwischendurch immer, dass meine Spaziergänge genaugenommen Einbrüche sind. Aber wenn ich dann dieses besonders feste Auftreten von Wachleuten höre – das würde ich überall erkennen, die setzen die Füße irgendwie ganz streng und bestimmt auf – oder die Taschenlampe sehe, wow… da verfluche ich mich jedes Mal selbst. Und mach’s doch wieder. Ich lern‘ wohl einfach nicht dazu. Oder es macht zu viel Spaß.

Als der Kerl in der schwarzen Security-Weste endlich außer Hörweite ist, atme ich auf. Till sagt: „Hier brechen jeden Tag an die 500 Leute ein, kannst du dir das vorstellen?“ – „Was? 500?“. „Heute kommen die manchmal sogar mit Reisebussen – geheimes Picknick im Spreepark, steht vermutlich als Geheimtipp in allen Reiseführern.“ Er lacht. „Früher sind die meisten gekommen, um alles zu klauen, was nicht niet- und nagelfest war. Die haben richtig die Wege aufgegraben und sämtliche Kupferkabel rausgezogen. Damals konnte man aber auch noch im Internet nachlesen, wann die Wachmänner hier ihre Runden drehen. Ist heute nicht mehr so.“

Till hat sich von dem Wachtypen überhaupt nicht aus der Ruhe bringen lassen, ich muss das ein bisschen bewundern: Der ist völlig relaxt, zieht mich aus dem Busch und zupft mir noch ein Blatt aus den Haaren. „Lass mal gucken, ob noch alles da ist, was es bei meinem letzten Besuch gab, oder ob sie die Wildwasserbahn auch schon weggeschleppt haben.“ Vorsichtig betreten wir den Weg: Kein Wachmann zu sehen, gut.

Die Wildwasserbahn ist noch komplett – zumindest das, was davon übrig ist: Ein Geisterbahnhof. Die zugestaubten Boote stecken ein für allemal fest in der ausgetrockneten Wasserröhre, das Führerhäuschen hat eingeschlagene Scheiben und der Holzboden knarrt unter unseren Füßen. Lost place romance. Ich strahle Till an. Der drückt auf den Knöpfen im Führerstand herum und sagt: „Guck mal, alles auf Französisch! Die haben damals nach der Neueröffnung nämlich ganz schnell neue Fahrgeschäfte gebraucht und haben den Insolvenzbestand von einem Park aus Frankreich aufgekauft. Fliegender Wechsel quasi – auf der einen Seite wurde noch im alten Ding gefahren und auf der anderen neugebaut.“ Ich klettere über die Boote zu ihm, „Woher weißt du das denn alles?“ Er zuckt die Schultern. „Hab ‘nen bisschen was gelesen. Das hier war früher immerhin mein Highlight in den Sommerferien.“ – „Nee, ich find‘ das ja superspannend. Erzähl weiter!“

Als Nächstes zeigt er mir eine kleine rosa Brücke. Früher führte sie über eine Strecke für Miniatur-Cadillacs zum Selberlenken – „Keine Ahnung, wieso, aber hier wurden schon etliche Musikvideos gedreht, von Sido zum Beispiel,  und immer, wenn die Songs von Abschied handeln, gibt es dieselbe Szene: Die Band steht oben auf der Brücke und der Sänger verschwindet untendrunter in der Hecke.“

Sido — Ein Teil Von Mir – MyVideo

Ich lache. „Etwa so? … so schwer es mir auch fällt, jetzt Abschied von dir zu nehmen…“, ich rappe auf die Brücke zu, als wären meine Schultern doppelt so breit, „ich lass dich geh‘n. Ich dank‘ dir für die schöne Zeit…“ Till macht sich fast nass vor Lachen. „Das ist der fucking Bushido, man!“, brüllt er. Ich ziehe gangsta-style-alike die Schulter hoch und verschwinde mit einem „… ich hoff, dass wir uns wiedersehen…“ in der Hecke. Till kriegt sich gar nicht mehr ein. „Hast du’s aufgenommen?“, rufe ich. Statt einer Antwort kommt er mir nach in die Hecke und wir knutschen.

Zum Glück, denn draußen radelt der nächste Wachmann vorbei. Diesmal zieht Till seinen schwarzen Pullover über den Kopf und drückt ihn mir in die Hand: „Zieh mal an, dein rotes Shirt leuchtet ja wie’ne Ampel.“ Aufregend, aufregend. Jetzt komme ich mir wirklich wie ein echter Einbrecher vor. Gleich zieht er vermutlich noch Schminke und Tarnfarbe aus der Tasche, damit wir uns die Gesichter beschmieren.

Jetzt schauen wir uns die Achterbahn an!“ Die steht sogar noch komplett. „Guck, siehst du die Betonblöcke unter den Stelzen? Die haben sie damals gemacht, damit sie die französische Achterbahn nicht dem Boden anpassen mussten. Die haben stattdessen einfach den Boden angepasst, so konnten sie in sieben Monaten umbauen.“ Ich nicke nur. Jetzt ist es aber auch mal gut mit deinem Detailwissen, Junge. Ich begeistere mich eher für die gruselige Höhleneinfahrt der Achterbahn – im Restabendlicht ist gerade so noch ein knallblaues Katzengesicht zu erkennen, in dessen aufgesperrten Maul die Schienen verschwinden. Drinnen ist alles schon düster und unheimlich.

„Komm, mit der Riesenkatze müssen wir unbedingt  ein Foto machen! Steig rauf hier!“ Ich klettere auf die Schienen und gehe in Surfpose. Till schüttelt den Kopf. „Oh jaa, unbedingt! Auf das Motiv ist bestimmt noch nie einer gekommen… superoriginell! Das ist übrigens ein Drache, die Hörner liegen da irgendwo links im Gebüsch… pfft, Katze…“ Aber er zückt trotzdem brav sein Handy, und stellt sich mit mir in Positur.

Danach gehen wir weiter Richtung Pirateninsel. Till spielt weiter den Fremdenführer, aber ich will kein englisches Dorf aus den Kulissen von „Wer ist Hannah?“ angucken und auch keinen leergeräumten Zirkusplatz. Schließlich wird es langsam dunkel und ich möchte unbedingt noch halbwegs im Hellen zum Riesenrad.

Auf dem Weg kommen wir an der Hütchenbahn vorbei. Dort stehen noch ein paar verlassene Grotesken von Wagen herum – sie sehen aus wie übergroße Köpfe mit Strohhutdach, Brillenfenster und Riesennasen. Das Ding heißt auch noch Chapeau Claque, ein weiteres Relikt aus Frankreich. Hier scheuchen wir ein anderes Pärchen von einem der Wagen auf: Er hat auf der Nase des Chapeaus gehockt und zieht sich jetzt eilig die Hosen hoch, während er mit seiner Freundin in den Büschen verschwindet.

Wir lachen uns halbtot. „Die haben wohl die Wildwasserbahn nicht gefunden, normalerweise ist die der beliebteste Ort für solche… Aktionen“, prustet Till. „Vielleicht hatten sie’s ja eilig.“, sage ich, „aber Moment mal… woher weißt du denn, wo man hier zum Vögeln hingeht?!“ Till wird tatsächlich ein bisschen rot. „Och. Also, weißt du, wir Ostkinder…“ Ich pieke ihn in die Rippen und er grinst.

guttenberg„Da vorn ist die Dinowiese. Das ist übrigens das beliebteste Fotomotiv im ganzen Park.“ – „Die rosa Brücke der Fotoshootings, ja?“ – „Auf jeden. Hier hat sich sogar der Guttenberg schon fotografieren lassen… da, in Drachentöterpose auf dem umgekippten T-Rex. Mit seiner Frau als schmachtender Jungfrau. Der Witz dabei ist allerdings: Der ist auch über‘n Zaun geklettert.“ – „Nein! Was?“ – „Doch! Schön mit Presse und allem. Vorne im Park stehen auch noch ein paar Dinos, die werden öfter mal vom Playboy gemietet, aber…“ – „Na, ich hoffe, Guttenberg hatte wenigstens was an, dann!“

Mittlerweile klettern wir selber auf den Dinos herum und spähen ihnen in die aufgeschlitzten Hälse. Die Köpfe sind längst abgesägt und geklaut. Vielleicht war da auch Kupfer drin. Während wir noch herumalbern, kommt Wind auf. Und damit ein Geräusch.

Ein Kreischen und Quietschen, ein Knirschen und Scharren, als würde eine riesige Maschine ungeölt und qualvoll anlaufen. Oder als würde uns der Tod persönlich ins Ohr heulen.

Im ersten Augenblick bin ich stocksteif erschrocken, aber dann sehe ich es: Das Riesenrad dreht sich! Es steht auf der kleinen Pirateninsel in seinem völlig versumpften See und produziert eine Geräuschkulisse wie eine Hexenverbrennung. Wow. Der noch eben restrosa Himmel und davor das sich langsam drehende Ungetüm. Wahnsinn!
Ich strahle und Till freut sich. „Das wolltest du doch sehen! Und jetzt dreht es sich sogar!“ – „Ja! Es dreeeeht sich!“. Ich kriege mich gar nicht mehr ein, „wieso dreht sich das jetzt? Ist da noch Strom drauf?“ – „Nein, das macht der Wind. Deswegen quietscht das auch so. Vor ein paar Jahren haben sie es für einen Filmdreh noch mal angeschaltet und da lief es ganz glatt. Es gingen sogar noch alle Glühbirnen, also alle, die noch da waren.“

Es quietscht wie die Hölle. Das Geräusch erfüllt den ganzen Park, meine absolute Nummer 1 auf der lost places-Liste, und die wurde bis jetzt von den verdreckten Badewannen in den Heilstätten Beelitz angeführt. Aber das hier ist noch gruseliger als meine Waterboarding-Fantasien mit Irrenhausinsassen in der Hauptrolle. „Komm, da will ich näher dran! Meinst du, man kann noch damit fahren?“ – „Klar, wenn du es aushältst, dass wir oben drei Tage steckenbleiben, falls der Wind aufhört…“ Ich könnte jetzt sagen: Klar, mit dir halte ich es überall aus. Wochenlang, wenn du willst. Vielleicht würde das sogar stimmen. Aber vergiss es! So einen kitschigen Kack sage ich nicht, Junge. Was ich sage, ist: „Wenn du nicht willst, dann fahr ich halt allein, du Feigling!“

Das sitzt. Till fasst meine Hand und wir lassen die Schwanenboote links liegen. Aber auf die Riesenradinsel zu kommen, ist gar nicht so easy: „Pass auf, die Brücke ist zwar eine relativ neue Kulisse von Dreharbeiten zu einem Piratenfilm vor ein paar Jahren, aber kann ja doch immer sein, dass da schon was morsch ist…“, Till geht vor, testet die Holzplanken und wir tasten uns vorsichtig über das Piratenboot zur ersten Insel. Daneben im See liegt die Plattform, auf der das Riesenrad steht. Das sich immer noch stetig und langsam dreht und dazu seinen Höllenlärm veranstaltet.
Ein ziemlich wackelig aussehender Steg führt auf die andere Seite. Till geht zuerst. Kurz, bevor er das andere Ufer erreicht, bricht unter seinen Füßen tatsächlich eins der Bretter weg – einen Augenblick lang rudert er mit den Armen und rettet sich dann mit einem Riesenschritt aufs Trockene.

Elefant (c) Christopher Flade

(c) Christopher Flade

„Jetzt hab ich ein bisschen Angst“, rufe ich. Er winkt ab: „Keine Sorge, das Wasser hier ist höchstens hüfthoch! Du stinkst dann bloß nach Entengrütze! Aber versuch es mal besser am Rand, über den Stützen!“ Vorsichtig setze ich meinen Fuß auf das erste Brett. Es knarrt nicht gerade vertrauenserweckend – und ohne weiter Nachzudenken bin ich ganz schnell drüben auf der anderen Seite. Till nickt anerkennend: „Und jetzt ‘ne Runde Riesenrad, Mademoiselle?“ Ich nicke.

Wir müssen uns beeilen – die Gondeln halten ja nicht an: Wir gucken uns eine von ihnen aus, zählen „… 1, … 2, …“ und  bei „3“ hechten wir hinein. Wir landen in trockenem Laub und – surprise – mehr Müll. Scheinbar ist hier immer noch richtig was los.

Es ist aber auch einfach großartig: Das infernalische Gequietsche ist – wenn man drin sitzt – seltsamerweise gar nicht mehr so laut, aber dafür stellt sich dieses schwebende Gefühl in der Bauchgegend ein, als die Gondel langsam an Höhe gewinnt. Mein Magen hebt sich ein wenig (ich krieg‘ aber sogar beim Aufzugfahren für den Bruchteil einer Sekunde diesen Höhenangst-Kick), dann erreicht unsere Gondel die Baumwipfel und wir können ganz Berlin überblicken.
Die Bäume im Plänterwald und Treptower Park sind im letzten Abendlicht fast schwarz, die Spree daneben ist es schon. Auf dem Ring fährt eine erleuchtete S-Bahn vorbei und über den Lichtern der Stadt sehen wir weit hinten sogar den Fernsehturm auf dem Alex. Alles sieht so klein und so nah aus – und gleichzeitig ganz weit weg. Neben mir sitzt Till, hat den Arm ganz fest um mich gelegt – so weit oben zieht’s nämlich ganz schön, kein Wunder, dass das Ding sich auch ohne Strom dreht – und es ist einer von diesen Momenten, die man am liebsten anhalten möchte. Perfekt. Da muss man nichts weiter sagen.

Aber das Riesenrad dreht sich weiter und ganz langsam tauchen wir wieder unter die Baumgrenze. „Willst du noch eine Runde oder lieber raus? Dann müssten wir uns jetzt nämlich langsam fertigmachen zum Abspringen.“ Till macht Anstalten zum Aufstehen, aber ich ziehe ihn zurück auf die Bank. Ich will noch nicht wieder raus. „Noch mal, bitte, ja?“ – „Okay, auf deine Gefahr! Wenn wir jetzt hängenbleiben, wird nicht gejammert“, lacht er. „Was meinst du, ob hier oft Leute steckenbleiben? Holt die Security die dann runter oder müssen die warten, bis wieder Wind kommt?“ – „Wenn ich die Security wäre, würde ich die erst mal ein bisschen schmoren lassen, glaube ich“, sagt Till.

Wir passieren den tiefsten Punkt des Riesenrades, es ist zu spät zum Aussteigen und wieder hebt sich mein Magen, während es aufwärts geht. Als wir gerade die Baumwipfel erreichen und ich mich tiefer in Tills Arm schmiege, ist plötzlich Schluss mit lustig: Von unten erhebt sich ein Gebrüll, dass das Knarzen und Quietschen des Riesenrades mühelos übertönt: „Hallo! Ey! Sofort runterkommen!“

Unten stehen drei Wachmänner, einer bulliger als der andere, fuchteln mit Armen und Taschenlampen und brüllen. Fuck. Erwischt. Mir bricht der Schweiß aus, und zwar nicht vor Höhenangst, mein T-Shirt klebt mir am Körper und meine Hände sind eiskalt. Verdammter Mist, und wir können hier nicht weg. Die kriegen uns auf jeden Fall! Da hab ich ja wieder ‘ne ganz tolle Idee gehabt. Jetzt sind wir dran, nicht nur ich, sondern Till auch noch. Bravo, scheiße, verdammt.

Der bleibt allerdings ruhig. „Sofort runterkommen, sehr witzig“, murmelt er und brüllt nach unten: „Wir ergeben uns! Bitte nicht schlagen!“ Die Wachmänner lachen. Schön, dass hier jeder seinen Spaß hat, während mir der Arsch auf Grundeis geht. Wir sind mittlerweile wieder auf dem Weg nach unten und einer der Securitys klettert bereits über die Brücken, um uns in Empfang zu nehmen.

Was werden die mit uns machen? Personalien aufnehmen und gehen lassen, wie beim Schwarzfahren, oder kommen jetzt die Bullen? Das ist ja immerhin Einbruch. Mittlerweile schlottere ich wie Espenlaub. Und muss plötzlich ganz dringend aufs Klo. „Wenn ihr unten seid, springt ihr raus, ok?“, ruft der Wachmann. Eigentlich klingt das sogar ganz nett, aber vielleicht ist das nur seine Masche. „Okay“, ruft Till und weil ich mich vor lauter Panik nicht vom Fleck rühren kann, hilft er mir hoch, führt mich zum Rand und schubst mich – unten angekommen – dem Security buchstäblich in die Arme.

Der fängt mich auf und hält mich weiterhin fest –  was freundlich von ihm ist, denn sonst würde ich vermutlich einfach zusammenklappen. Till jumpt seinerseits aus der Gondel – und gibt dem Wachmann eine schallende High-Five, gefolgt von einer männlich-kräftigen Umarmung. What? Was geht hier denn jetzt ab?

„Darf ich vorstellen?“, sagt Till, „Balu – meine Perle, Milka – Balu, ein alter Kumpel.“ „Sehr erfreut“, der Wachmann lässt meinen Arm los und schüttelt mir stattdessen die Hand. Jetzt bin ich restlos verwirrt. Während wir uns zurück über die Brücken tasten, entschuldigt sich Balu, dass er uns so rüde vom Riesenrad geholt hat: „Letzten Winter sind die Jondeln festjefror’n, als dann dit Tauwetter losging und dit Rad sich wieda jedreht hat, standen die erst uff‘m Kopp und sind dann an’nander jekracht als es wärmer wurde. Kann halt sein, det die jetzt eenfach abstürzen, sorry, Dicker.“
Jetzt wird Till ein bisschen blass. Balu klopft ihm auf den Rücken: „Keene Sorge, is ja nüscht passiert. Und jestern ham wa ooch erst ‘ne Omma rausjeholt jehabt – die war zweeneunzich und pampt uns unten noch an. So nach‘m Motto: Wat wollt ihr denn, ick bin schon Riesenrad jefahrn, da hab ihr noch nich mal inne Windel jekackt.“ Er lacht und ich muss jetzt auch kichern.

Der erste Schreck ist vorbei, wir haben auch die Wackelbrücken hinter uns und mir werden auf der anderen Seite die anderen beiden Securitys als Maik und Kalle vorgestellt. Und nachdem alle vier durcheinander redend und sich gegenseitig übertönend mir alles erklärt haben, blicke ich langsam durch: Till kennt die ganze Bande vom Boxen früher und hat sogar mal eine Zeitlang selbst als Wachmann im Spreepark gearbeitet – daher auch die ganzen Geschichten. Und weil ich unbedingt in den Spreepark wollte, hat Till Balu angerufen und uns quasi einen Freifahrtschein besorgt.
„Wir hätten also gar nicht ins Gebüsch springen müssen?“, frage ich. Till zieht ein bisschen kleinlaut die Schultern hoch und sagt: „Sonst wäre es doch langweilig gewesen, oder?“ Wäre es nicht – aber schon nur halb so spannend. Ich bin auch nicht böse. Zusammen mit Balu, Kalle und Maik gehen wir Richtung Eingang.

Auf dem Vorplatz zwischen den Playboy-Dinos brennt ein Lagerfeuer. Davor sitzen mit einem Bier in der Hand zwei weitere Securitys und noch ein paar Männer, die sich als Schausteller entpuppen. Till begrüßt sie ebenfalls mit Handschlag und stellt mich vor, während Balu von der Terrasse des wiedereröffneten Park-Cafés Stühle für uns besorgt. Das Café hat jetzt natürlich längst geschlossen, aber die Schausteller holen uns ebenfalls ein Bier und nachdem wir unsere Geschichte zum Besten gegeben haben – „du hast die ganze Zeit wirres Zeug gestammelt: die werden uns verhaften, wir müssen zu Polizei!“, lacht Till – kriege ich auf meinen Schreck sogar eine Bratwurst, die sie mir über dem Feuer grillen.

Wir sitzen mitten im Wald, aus dem Feuer knistern Funken in den schwarzen Himmel und die Wachleute erzählen ein Best of Spreepark-Einbrüche. „Habt ihr dit Pärchen in der Wildwasserbahn vorhin ooch jesehn?“, fragt Kalle. Wir nicken: „Bei uns saßen die im Chapeau Claque und sie hat ihm grad einen geklackt“, sagt Till. „Da auch?! Na, wir haben die erst mal in Ruhe gelassen und nur draußen ‘nen bisschen Lärm gemacht“, erzählt Maik, „man muss ja nicht immer so streng sein, vor allem, wenn Leute nix kaputtmachen.“ – „Aber beim nächsten Rundjang  ham wa die dann auch noch in der Wildwasserbahn erwischt – da ham wa se denn rausjeholt“, ergänzt Balu. „Und der Typ sagt noch zu  mir, er wüsste gar nicht, dass der Spreepark geschlossen ist! Und ich so: Wenn du in der Öffentlichkeit ficken willst, dann mach das doch beim nächsten Mal gleich auf‘m Alex, da kannste dir vielleicht sogar noch’n Euro dazuverdienen!“ Die Jungs wiehern los und Kalle lässt fast mein Bratwürstchen in die Glut fallen.

Als Balu und Kalle zu ihrer nächsten Nachtrunde aufbrechen, verabschieden wir uns. Maik schließt uns das Eingangstor auf und zwinkert mir zu: „Oder wolltest du lieber stilecht über‘n Zaun zum Abschluss?“ Ich schüttele den Kopf und Till fragt: „Gibt’s die Führungen eigentlich noch?“ Maik nickt.

„Dann kommen wir das nächste Mal im Hellen wieder – dann zeig ich dir die Parkbahn auch noch.“ – „Aber nur, wenn da drin keiner vögelt“, sage ich. Maik lacht sich halbtot, und wir machen uns durch den Wald auf den Weg zurück zum S-Bahnhof Plänterwald. „Meine Perle, ja?“, sag ich. Till antwortet nicht. Er nimmt bloß meine Hand und wir gehen weiter, als wenn er nichts gehört hätte.

Ja, so war’s. Fast. Kein Balu, kein Maik, kein Kalle (oder vielleicht doch, ich hab die Wachmänner nicht nach ihren Namen gefragt) – aber die alte Dame gab es und auch sonst: So schön war es (wieder). Und schöner noch wär’s geworden, wenn nicht Berlin sich entschlossen hätte, sich ein weiteres Stück Stadtgeschichte unter seine schmuddligen Nägel zu reißen. 

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27 Gedanken zu “#dreiworte: Der Spreepark brennt.

    • rocknroulette schreibt:

      ja, dann mach schnell!! und rechne mit ner anzeige, wenn sie dich finden 🙂
      vielen dank für das kompliment… über 70 seiten stehen auch schon, weitergeschrieben wird, sobald der „druckstaueffekt“ über den berg ist 😉

  1. Jane Blond schreibt:

    So geil. Vor allem Oma mit ihren zweiundneunzig. Hab ich gelacht 🙂
    Das will ich auch im Ganzen lesen!

    Ich habe vor zwei Monaten circa etwas im Blog über meine Affinität zu verlassenen Gebäuden geschrieben und wie ich zu dieser kam. Mein Vater ist Schuld daran. Er nahm uns mit aus einen „Bruch“, als wir klein waren. Meinen ersten Einbruch machte ich gezwungenermaßen im zarten Alter von nicht ganz sechs Jahren. Das Gefühl dabei, etwas Verbotenes zu tun … das meine Mutter, die ebenfalls dabei war aus jeder Pore ausdünstete … Diese Aufregung, und die Geschichte, die das Haus mir damals schon zu erzählen wusste. Ich kann da also nix für, dass ich bis heute nicht anders kann. Etwaige Anzeigen bitte an meinen Vater weiterleiten 😉
    In der Straße, in der ich wohne, stehen alte Fabrikgebäude. Oft halte ich an und schaue in die eingeschlagenen Fenster. Das ist wie ein Zwang. Vor ein paar Wochen las ich nun, dass die abgerissen werden sollen, und dort Apartments entstehen sollen. Klar. fünfzehn Meter hinter der Schlei. Man könnte heulen!

    • rocknroulette schreibt:

      ganz genau so. ich meine, klar, wenn man wohnraum braucht (dringend), dann alles klar. aber… das BRAUCHT berlin nicht. es gibt genug, überall. aber sie machen einfach zu gern die schönen orte platt… die guten lagen (und preise) sind eben nicht zu verachten 😦

      • rocknroulette schreibt:

        die dame, die hier namenlos erzählt, heißt milka 🙂 aber mit „milka?“ bist du nicht allein, wie ihre erste begegnung mit till und seinem kumpel beck zeigt:

        Irgendwann stöbert Beck uns auf. Er lässt sich mit der Blonden an unseren Tisch fallen und streckt der Rothaarigen die Hand hin: „Beck, hi. Und wer bist du?“ Ich könnte ihn küssen für diese Frage.
        Sie heißt Milka. Beck grölt und fragt, ob ihre Eltern eine Schokoladenfabrik haben oder doch eher ein Bauernhof mit lila Kühen. Sie grinst und antwortet, dass er sich keine Mühe geben müsse. Sie kenne bereits alle Milka-Witze der Welt.
        „Also, ich finde den Namen schön, mal was anderes“, sage ich. „Schon klar“, murmelt Beck und die Blonde, die im Übrigen Ariane heißt, kichert. Milka strahlt mich an und erzählt, dass ihre Mutter aus Slowenien sei und Milka dort ein ganz normaler Name wäre. Er komme aber ursprünglich aus dem Hebräischen und bedeute so viel wie Königin. „Ach was“, Beck zwinkert mir vielsagend zu, enthält sich aber weiterer Kommentare.

  2. friedlvongrimm schreibt:

    Wir sind immer mit der ganzen Familie am Vatertag in den Spreepark gewandert. Das war immer soooo schön. Ach maaaan…

  3. kaetheknobloch schreibt:

    Die aufkommende Wut über die Möglichkeit einer absichtlichen Zerstörung solcher Charmanz verebbte in meinem schallenden Lachen über die Geschichte, die Du hier teilst. Mir ist, als wäre ich da gewesen. Ein so erfrischender Schreibstil, ich freue mich auf Deine Bücher und zwar auf alle die vielen, die noch in Dir schlummern. Du mußt nach Frankfurt! Hurraende Grüße, Deine Käthe, vor Begeisterung das Siezen vergessend…

      • kaetheknobloch schreibt:

        Orrr, ich war eben auf der Visionbakery-Seite. 21 Unterstützer erst? Darf ich um Weiterverbreitung bei Bittemito, ach nein, seit gestern ja in Bittemitpo umbenannt dank dem Herrn Fröhlich; ersuchen, liebe Sabine? (Es runkelt im Duzgetriebe, das gebe ich zu!)? Ebensosonnige Grüße retour, Deine Käthe (Na, geht doch!)

      • rocknroulette schreibt:

        aber bitte, immer her damit!
        das ist ja noch nicht „mein“ ureigentliches projekt, aber der kladde|verlag auf der buchmesse, das würde schon feuerwerk machen!
        also, teilen, liken & weitersagen!!

      • kaetheknobloch schreibt:

        Ich habe das doch aber richtig verstanden, daß Du mit dem Druckstaueffekt da präsent sein wirst, nichwahrnich?! Und das würde Dich dann doch richtig beflügeln und ganz tolle Kontakte und ganz famose Beziehungen und bonfortionöse neue Eindrücke und …. Wurscht, bewerbenswert sind neue Wege immer…

      • rocknroulette schreibt:

        das hast du! der verlag würde mein projekt mitnehmen, ganz vielen leuten vorstellen und als tolles beispiel für das konzept präsentieren und ich würde auch versuchen, dort zu sein (kommt ein bisschen auf die arbeit an). in jedem fall: jede menge PR und volksauflauf für meinen roman und die weiteren laufenden projekte!

  4. martinhagemeyer schreibt:

    Ich war zufällig vorige Woche in Berlin, bin Wuppertaler und wusste rein nix vom Spreepark. Las (das klingt jetzt vermutlich herzlos für Berliner) nur beim Frühstück im Hotel in der Mittwochszeitung: „Das sind die Spreepark-Zündler!“ mit einem ziemlich traurig wirkenden Bild zweier Jungen (ohne unkenntlich gemachte Gesichter, was mich wunderte, aber darum gehts jetzt ja nicht). Also ein Park voller heimlich gern weiter frequentierter Reste eines Freizeitparks, wie ich grad hier im Auszug erfahre, und dubioser städtischer Pläne – krasse Sache das. Und eine Geschichte so hineinzulegen auch! … Gefällt mir sehr soweit. Grüße!

    • rocknroulette schreibt:

      wenn jetzt mehr herz dabei ist, habe ich mit der story ja alles erreicht 🙂 wenn du willst, organisiere ich mehr bilder und man macht aus beidem zusammen vielleicht einen lost-places-gemeinschaftsbeitrag? nur so als idee grad.

      • martinhagemeyer schreibt:

        … ich grüble grad ein bisschen – was meinst Du denn mit „beidem“? Dein Text plus neue Fotos? Oder zwei Lost-Places-Beiträge? Gemeinschaftsbeitrag klingt aber jedenfalls schonmal gut! (bin manchmal etwas begriffsstutzig:-)

      • rocknroulette schreibt:

        ich bin mir selbst noch nicht ganz sicher, was ich meine :D… neue und mehr fotos auf jeden fall + erklärendem text (vielleicht von mir? aber das romankapitel müsste es nicht sein, obwohl ich mich natürlich über einen verweis freuen würde) + das ganze als teil 2 deiner lost-places-serie?

  5. martinhagemeyer schreibt:

    hmmm, eigentlich kann ich noch nicht behaupten, eine eigene lost-places-serie mein eigen zu nennen… (meinst Du meine kleinen anmerkungen zu düsseldorf-wehrhahn? kaum, oder? so ganz „lost“ ists da mE auch nicht;-) interessieren tun solche orte mich allerdings.

    • rocknroulette schreibt:

      oh, verdammt… jetzt wird es verwechslungspeinlich o.O da hat mich meine freude an diesen orten wohl etwas in die falsche richtung davongetragen, denn irgendwie koppelte ich deinen ersten kommentar mit einem, den ich neulich auf einer ganz anderen blogseite zu einem lost-place hinterließ, asche auf mein haupt… aber düsseldorf-wehrhahn wird dann jetzt mal direkt nachgeschlagen bei dir 🙂

  6. martinhagemeyer schreibt:

    gar nich peinlich:) hatte schon sowas vermutet und bei den anderen Kommentierern hier oben gemutmaßt, dass vielleicht mit „jane blond“ was verwechselt war, die an einer stelle etwas lost-place-mäßiges erwähnt hatte. (Düsseldorf-wehrhahn muss man nicht wirklich kennen;-) zumindest nicht „von weiter weg“)

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