Crowdfunding oder Wie man Träume erfüllt.

Hier folgt die Fortsetzung zum großen Hurra! von gestern… denn was ist dieses Crowdfunding eigenlich? Kurz & knapp: Crowdfunding ist kein Selbstverlag. Crowdfunding ist, wenn das Publikum das bekommt, was es will.

Man kennt es aus der Musik: In Zeiten, in denen die Labels immer mäkeliger werden, was die Investition in neue Talente angeht, ist DO IT YOURSELF angesagt. Per Crowdfundingaktion wird dann unter den Fans das Geld für das neue Album gesammelt – so geschehen etwa bei dem von mir sehr geschätzten John Allen.

In der Buchbranche ist das nicht anders… bei der Suche nach einem Verlag habe ich mir zuerst mal bei der Suche nach einer Agentur die Hacken abgerannt. Erfolglos, wie man weiß. Was übrig blieb, war purer Todesmut – immerhin ist ein eigenes, selbstgeschriebenes Buch mein Traum, seitdem ich weiß, dass es Buchstaben gibt.

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Per Blogempfehlung von Matthias Engels entdeckte ich den Kladde-Verlag: junges Team, knackigfrisch gegründet und mit einem neuen Konzept. Hier wird nicht von einer Verlagsinstitution mit dickem Finanzpolster im Rücken der nächste Bestseller vorfinanziert, sondern jungen Autoren mit Potential Hilfe zur Selbsthilfe geboten. Der Trick (oder eher die Tatsache) daran ist, dass potentielle Käufer das Geld zur Verfügung stellen – und zwar, indem man ihnen für ihre Spende etwas bietet.

So funktioniert Crowdfunding

  • Online: Auf einer Plattform wie visionbakery oder startnext wird das Projekt mit Video, Text, Laufzeit und Fundingziel (= die Summe, die für den Druck nötig ist) vorgestellt.
  • Direkt: Interessierte Leser können als Unterstützer über diese Plattform direkt einen von ihnen gewählten Spendenbeitrag leisten – dafür erhalten sie eine Gegenleistung, die sie ebenfalls selbst auswählen. Das kann das E-Book sein, die Druckversion des Buches, eine Wohnzimmerlesung oder etwas anderes. Auch eine direkte Spende (offline) ist oft möglich.
  • Startschuss: Wird das Fundingziel erreicht, kann das Buchprojekt erfolgreich gestartet werden!
  • Es folgt die Verlagsarbeit: Lektorat, Korrektorat, Satz, Layout, Marketing, PR, Druck und natürlich Distribution.
  • Erfolg: Alle Unterstützer erhalten nach Fertigstellung des Projekts ihre gewählte Gegenleistung.
  • Ohne Risiko: Wird das Fundingziel nicht erreicht, erhalten alle Unterstützer ihren Einsatz zurück.

Crowdfunding ist kein Selbstverlag

Um gleich mit dem ersten Vorurteil aufzuräumen: Mit Selbsthilfe ist nicht Selbstverlag gemeint. Selbstverlag lässt sich meist in drei Begriffen zusammenfassen: teuer, hässlich und Stein im Regal (im eigenen, wohlgemerkt, denn die meisten Buchhändler nehmen so was nicht). Crowdfunding will vielmehr eine Alternative zu Druckkostenbeteiligung, book on demand und wachsenden Großverlags-Monopolen sein.

Wie das geht, zeigt der Kladde-Verlag mit seinen drei Grundsätzen:

  1. crowdpublishing bedeutet, dass auf eine innovative Art finanziert wird – die traditionellen Funktionen eines Verlags wie Lektorat, Design, Druck, Vertrieb und Autorenbetreuung gehören trotzdem dazu.
  2. fairpublishing ist gutes Honorar, umweltfreundlich und lokal orientiert: Hier geht es nicht (nur) um den Gewinn des Verlages, daher erhalten auch die Autoren ein faires Honorar. Die Herstellung der Bücher erfolgt umweltverträglich (FSC- und Gmund Eco-Zertifikat). Der Vetrieb der fertigen Werke erfolgt außerdem abseits der großen Internetdienstleister – support local bookstores ist die Devise.
  3. lifestylepublishing sieht das Lesen als Lebensart: Deswegen wird besonderer Wert auf ein sorgfältiges Design und Buchbinderhandwerk gelegt.

Warum ich Crowdfunding mag

Mir hat die Idee vom DO IT YOURSELF schon immer gefallen: Mach selbst das, was du besser gemacht haben willst. Deswegen möchte ich nichts lieber, als dass mein Roman bei denen erscheint, die eine neue Idee in der Buchwelt einführen, das alte System aufbrechen und jungen Autoren damit neue Chancen geben.

„Von nichts kommt nichts“ ist mein Lebensmotto. Dass mir mein größter Traum, ein fertiges Buch, einmal einfach so in den Schoß fallen würde, habe ich nie geglaubt. Ich habe jetzt fast vier Jahre lang hart daran gearbeitet, einen guten Text zu schreiben und eine gute Geschichte zu erzählen. Es hat wehgetan, dass diese Geschichte von so vielen Alteingesessenen der Branche mit einem verächtlichen Schulterzucken abgelehnt wurde – vermutlich, weil ich mit dem Thema Promiskuität vielleicht zu schrill (aber nicht schrill genug) und vielleicht zu selbstverständlich (aber nicht sexlastig genug) umgehe.

Mein bisheriger Kontakt konnte bestätigen, dass der Kladde-Verlag der richtige Partner ist, wenn ich meinen Traum trotzdem umsetzen will. Die Arbeit ist damit für mich nicht vorbei: Ich werde ab jetzt alles daran setzen, euch als Unterstützern großartige und spannende Gegenleistungen zu präsentieren und mein Projekt bekannt zu machen.

Crowdfunding ist mehr als Freundschaft

Tatsache ist: Allein werde ich es nicht schaffen. Ich brauche Unterstützung – und zwar eure. Wenn ihr also Ideen habt, was ihr gern als Gegenleistung hättet (sexuelle Dienste sind ausgeschlossen, sagt der Män, sorry…), wenn ihr per Mail über das Projekt informiert werden wollt oder mir auch einfach nur Mut machen wollt, schreibt mir eine Nachricht. Ick freu mir.

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11 Gedanken zu “Crowdfunding oder Wie man Träume erfüllt.

  1. fuerhilde schreibt:

    Gratulation! Ich werde gespannt all den Geschehnissen folgen, die jetzt bei dir anstehen 🙂 Wirklich eine lobenswerte und interessante Art und Weise zu Veröffentlichen. Viel Glück und Erfolg und Spaß und Ausdauer und absolut alles!

    • rocknroulette schreibt:

      vielen, vielen dank! ich glaube auch daran, dass das erfolg haben kann.. gefällt mir so viel besser als mich nur auf einen thron zu setzen und mir das fertige buch servieren zu lassen. so fühlt es sich einfach richtig an – unmittelbar, direkt und mit herzblut.

  2. noemiebeidenzwergen schreibt:

    Hört sich interessant an! Drück dir die Daumen, dass dein Buch ohne Komplikationen erscheinen wird!

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