LIEBSTER-Award: 11 Fragen, 11 Antworten.

liebster-blog-award-2-post1„Wenn du diesen Kettenbrief nicht innerhalb von 33 Sekunden an 33 Freundinnen schickst, wirst du in der Dusche stürzen und sämtliche Haare werden dir ausfallen“ – solche Drohungen können mich normalerweise nicht schocken. Ich drücke dann beherzt auf „ignore“ und bewahre 33 Freundinnen vor einem möglicherweise schrecklichen Schicksal.

Mit Blog-Awards ist das etwas anderes – vor allem, wenn man von jemandem nominiert wird, den man so sehr schätzt wie ich die immer leichtfüßige Candy Bukowski. Und ich bin immer auf der Suche nach neuen Blogs, die sich inhaltlich und stilistisch lohnen.

Und genau darum geht es bei diesem Award: sich ein wenig besser kennen lernen, einfach mal sagen: „Mir gefällt, was du da machst!” und Blogs mit weniger als 200 Lesern bekannter machen. Die weiteren Regeln sind:

  • es werden 11 Fragen gestellt, die man beantworten soll
  • man verlinkt den Blogger, von dem man nominiert wurde
  • man nominiert selbst wiederum 11 Blogger
  • … und stellt diesen dann wiederum 11 eigene Fragen

Diese Fragen hat Candy mir gestellt und ich hab sie mehr als gern beantwortet:

1. Wann ist ein Text ein guter Text?
Wenn Herzblut drinsteckt, Talent und Können, Selbstkritikfähigkeit und Entwicklung. 26 Buchstaben verwenden ist noch kein Schreiben.

2. Wann und wie schreibst Du am liebsten?
Für größere Texte darf niemand im Raum sein, auch kein Lärm. Dann schreibe ich überall – im Bett, auf dem Sofa, im Gartenhaus, am Küchentisch von Freunden. Wenn ich einen Geistesblitz habe, tut es aber auch die U-Bahn mit so viel Platz, dass ich gerade so ein paar Notizen ins Handy tippen kann.

3. Leben ist…
… manchmal mein größtes Problem.

4. Kreativität ist…
… ein Wort, das ich nie benutze. Inflationär rauscht und blubbert es oft aus den Mündern derer, die Erfüllung in Schreibkursen und Vielschreibmonaten suchen und wohl auch finden.  Ich schreibe nur. Wann immer ich kann, weil ich will und auf eine Art auch muss.

5. Welches ist dein Lieblingsbeitrag auf deinem eigenen Blog (mit Link)?
Ganz klar dieser (auch wenn er stilistisch nicht der Beste sein mag): Mein Freudenschrei darüber, dass nach 36 Monaten Blut, Schweiß und Tinte die 36 Kapitel meines ersten Romans fertig und bereit für die große Agentur-Zitterpartie waren. Ich hege allerdings die Hoffnung und den Wunsch, diesen Beitrag irgendwann zugunsten eines Partyartikels zum Thema „Veröffentlichung, jippie-yay!“ auf Platz 2 zu verschieben.

6. Wie lebst Du so?
Idealerweise täglich: tanzend, schreibend und musikhörend. Ansonsten in Berlin, mit Mann, Haus, Meerschweinchen und Garten. Und ‘ne Spinne war hier auch grad noch – und zwar keine Kleene.

7. Was fehlt Dir am meisten?
Fehlen… so kann man das nicht sagen. Mir fehlt es an nichts – höchstens manchmal am Bewusstsein für Glück, Ruhe, Liebe und Zufriedenheit.

8. Wovon hast Du im Überfluss?
Auch hier: Ich würde es nicht Überfluss nennen, weil das nach Verschwendung und Nicht-Wertschätzung klingt. Aber ich habe Freunde und Menschen, die mich demhimmelseidank in manchen Momenten mehr lieben als ich es da gerade verdiene. Eine Verbeugung an die, die wissen wovon ich spreche (bow). Außerdem: die Fähigkeit zu lernen, denke ich. Davon kann man auch nie genug haben.

9. Zeigst Du uns eines Deiner ultimativen Lieblingsfotos?
ostsee

10. Das erste Wort, das Dir mit F einfällt?
Fuck you very much. Entschuldige, Candy!

11. Ein Satz, den Du schon immer mal einfach so in den Raum stellen wolltest
Der Tod trägt stets dieselben Socken.

Ich freue mich, mich auf diesem Weg bei einigen bedanken zu können, die mir immer wieder Lesevergnügen bereiten. Ob sie meine Fragen beantworten oder zu Kettenbriefe-ab-ins-Klo tendieren… keine Ahnung. Sie sind es auf jeden Fall wert, gelesen zu werden.

3 alte Wegbegleiter aus blog.de-Gefilden:
1. Philosophischs vom Raumgewinner
2. Portus Hardcore von Onkel Mad
3. Abgefahrenes von derpeavy

3 Geschätzte, von denen ich nicht weiß, ob sie mögen:
4. den oft viel zu skeptischen JDC
5. den monumentalbegabten Monsieur Manie
6. den kritisch-klugen Max Pahl

Weitere gerngelesene und verehrte Ex-Kollegen & WordPresser:
7. Schlechter Sex und Dosenbier
8. literaturfrey
9. Disputnik (mit grad eben noch 198 Followern)
10. Morgen wird Gestern
11. Flavour Food & Fashion

Und hier die Fragen für die, die Lust drauf haben und deren Antworten mich freuen würden:

1. Wann ist ein Text ein guter Text?
2. Wann und wie schreibst Du am liebsten?
3. Leben ist…
4. Schreiben ist…
5. Welches ist dein Lieblingsbeitrag auf deinem eigenen Blog (mit Link)?
6. Wenn du es beantworten willst: Wovon lebst du?
7. Wie schaffst du eine Balance zwischen Work, Life & Schreiben?
8. In den Kopf welches Autors würdest du gern mal schauen?
9. Zeigst Du uns einen Auszug aus einem deiner ersten Texte?
10. Hast du ein „Lieblings“-Thema, also etwas, auf das du beim Schreiben immer wieder zurückkommst?
11. Ein Satz, den Du schon immer mal einfach so in den Raum stellen wolltest.

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24 Gedanken zu “LIEBSTER-Award: 11 Fragen, 11 Antworten.

  1. Candy Bukowski schreibt:

    Welch prima Antworten, herzlichen Dank! Ich finde das sehr sympathisch, sich gegenseitig ein bißchen besser be-greifen zu können. Gefällt mir sehr! *lach* wir benötigen ähnliche Eckdaten um zu schreiben und vorgestern habe ich abstruser Weise mal wieder einen 1,99 Euro Salat im Biomarkt erworben. Fürs Meerschweinchen. Na gut, es ist der einsame Rest von Zweien und gehört Töchterchen, aaaber: Meerschweinchen! 🙂 Und danke für neue, spannende Blogempfehlungen. Ich folge unauffällig. Herzliche Grüße, Candy

  2. MAXPAHL schreibt:

    Vielen Dank für die Nominierung! Als Kölner darf ich mir 11 (!) Fragen natürlich nicht entgehen lassen! Allerdings habe ich keine 11 Blogbekanntschaften, sodass ich das Spiel leider nicht weiterreichen kann. Für den Fall, dass mich das nicht disqualifiziert, antworte ich also einfach hier:

    1. Wann ist ein Text ein guter Text?
    Schwierige Frage! Vielleicht, wenn er eine Wahrheit enthüllt … egal, was für eine.

    2. Wann und wie schreibst Du am liebsten?
    Morgens direkt nach dem Aufwachen noch vor dem Frühstück bei einem Kaffee.

    3. Leben ist…
    eine sinnstiftende Aufgabe.

    4. Kreativität ist…
    die Fähigkeiten, etwas auseinanderzunehmen und es dann neu wieder zusammenzusetzen.

    5. Welches ist dein Lieblingsbeitrag auf deinem eigenen Blog (mit Link)?
    Da er der Ursprung des ganzen Blogs war, ist es wohl „Empörung über … Kiepenheuer & Witsch“ (http://bit.ly/1gPhqZW). Auf eine gewisse Weise hat er mein Leben verändert.

    6. Wie lebst Du so?
    Immer zerrissen und (fast) nie entspannt.

    7. Was fehlt Dir am meisten?
    Ruhe … und Geld!

    8. Wovon hast Du im Überfluss?
    Ansprüche und Ideen.

    9. Zeigst Du uns eines Deiner ultimativen Lieblingsfotos?

    10. Das erste Wort, das Dir mit F einfällt?
    Hatte noch Deine Antwort da stehen, also war es „fuck“. Das zweite war dann „Frau“.

    11. Ein Satz, den Du schon immer mal einfach so in den Raum stellen wolltest?
    Da ich eindeutig immer zu viel in irgendwelche Räume stelle, hat sich da nichts angestaut. Tut mir leid!

    VG!

    • rocknroulette schreibt:

      witzigerweise hast du candys fragen an mich noch mal beantwortet 🙂 nehmen kölner auch 2x 11 fragen oder müssen es dann schon 11x 11 sein, damit sich die zahl wieder lohnt ;)? trotzdem vielen dank, war so oder so sehr interessant.

      • MAXPAHL schreibt:

        Da habe ich das Ganze wohl vercheckt. Dachte, es wären immer dieselben Fragen.

        Also wie hätte es jetzt laufen sollen?

        (11 mal 11 Fragen würde ich auch nehmen. Ich liebe Fragebögen, da hat man so viele Erfolgserlebnisse!)

      • rocknroulette schreibt:

        ich stehe auch total auf fragebögen. mit erfolg über sich selber reden, prima sache 😛
        theoretisch hättest du die 11 fragen genommen, die am ende meines textes stehen.

  3. MAXPAHL schreibt:

    So, endlich habe ich Zeit, auch noch die ausstehenden Antworten zu geben:

    4. Schreiben ist…

    Selbstsuche.

    6. Wenn du es beantworten willst: Wovon lebst du?

    Ein paar Euro hier, ein paar Euro da – verdient mit Praktika, Entrümpelungen, Anstreichen, Arbeit in einem Auktionshaus und was sich sonst noch so ergibt.

    7. Wie schaffst du eine Balance zwischen Work, Life & Schreiben?

    Ich versuche, Prioritäten zu setzen: Erst Life, dann Schreiben, dann Work. In der Zukunft wird Schreiben und Work vielleicht zu einer Sache.

    8. In den Kopf welches Autors würdest du gern mal schauen?

    Ich glaube, durch die Lektüre ihrer Texte schaut man schon sehr weit in die Köpfe von Autoren. Außerdem sind die meisten von mir geschätzten Autoren bereits tot. Selbst sie zu treffen, würde also schwer werden.

    9. Zeigst Du uns einen Auszug aus einem deiner ersten Texte?

    Gar nicht so leicht, sich zu überwinden, einen alten Text öffentlich zu machen. Dieser hier ist mit der älteste, den meine Festplatte hergibt:

    Der Traum eines jeden Jugendlichen: Partys, auf denen ausschließlich Erwachsene zu finden sind! Man läuft verloren herum und begrüßt Menschen, die man, seit man denken kann, kennt und die einen nie interessiert haben. Genauso wenig hat man selbst sie jemals interessiert. Das Verhältnis zu ihnen ist im Grunde geschäftlich, denn man kann ihnen Alkohol besorgen.

    Bevor der Gast sich allerdings traut, einen nach einem „kleinen Schnaps“ zu fragen, muss er um die Gunst seines Helfers buhlen. Hierbei ist das probateste Mittel der gute, alte „Heiermann“. Ist er erst Mal in der Hand des Sohnes – Töchter tun fremden Männern auch ohne Bezahlung gerne diesen Gefallen, weil die Freude am Bedienen genetisch in ihnen festgelegt ist -, wird er das Versorgen dieses einen Gastes als seine primäre Aufgabe bei der Fete ansehen und ihm mit ernster Miene Bier und Hochprozentiges liefern. Natürlich profitiert der Teenie doppelt, denn durch den Bringdienst kann er sich auch selbst leichter etwas von der Bar abzweigen.

    Schwer wird es für den Gast, wenn er den Heiermann, mit dem er seinen Günstling bezahlen muss, schon für den Zigarettenautomaten eingeplant hat. Jetzt muss er die weiche Schiene fahren und nach einer Gemeinsamkeit mit dem Sohnemann fingern, die ihn in den Augen dieser pickeligen Kreatur, die einen Sack als Hose trägt, zu einem coolen Typen macht, den man gerne beliefert. Tödlich wäre es, Dinge anzusprechen, die früher mal „hip“ waren. Viel erfolgversprechenderer ist es, auf zeitlosen Themen zu setzen, wie „die erste Freundin“, „besoffen nach Hause kommen und der Mutter vor die Füße kotzen“ oder „den Schuppen des Nachbars abfackeln“.

    Mit diesen klassischen Erlebnissen 14-18 Jähriger landet der Gast zu 80% einen Volltreffer und gewinnt den Jugendlichen für sich. Zu 20% allerdings hatte der kleine Versager bislang keines dieser Erlebnisse und hasst den Gast von nun an, weil selbst dieser „alte Wichser“ mal cooler war als er selbst. […]

    (Geschrieben im Juni 2002)

    10. Hast du ein „Lieblings“-Thema, also etwas, auf das du beim Schreiben immer wieder zurückkommst?

    Mein eigenes Leben.

    • rocknroulette schreibt:

      gefällt mir sehr, das alles.
      für deinen text musst du dich im übrigen gar nicht so sehr schämen, meine versuche waren weit weniger bissig…
      für „Töchter tun fremden Männern auch ohne Bezahlung gerne diesen Gefallen, weil die Freude am Bedienen genetisch in ihnen festgelegt ist“ wirst du sicher von der nächstbesten genderin geköpft… falls sie nicht noch bis „einen sack als hose“ liest und wieder lachen muss 😀

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