Triekonos – Stranger.

(VÖ 14.02.2014) Die Gewinner des Emergenza-Bandcontests 2008 melden sich mit ihrem dritten Album zurück. Sie nennen es Aggressive Rock – aber nachdem ich die drei außerordentlich netten Herren kennenlernen durfte, nenne ich es lieber pures Fettbrett für die Ohren.

Triekonos - Stranger.

Triekonos – Stranger.

Und damit spült Triekonos einen mit einer monströsen Klangwelle direkt in die dunklen, wilden Tiefen von „Broken Arrow“. Mit dem abwechslungsreichen „Fight Fire With Fire“ geht es zunächst etwas ruhiger weiter, was besonders dem Gesang zugutekommt. Sagte ich schon, dass ich die Stimme von Bassist Nick Wutta gut leiden kann? Nein? Dann jetzt: Vom Tiefschwarz-Shout bis Glam-Sound hat der nämlich einiges auf der Palette, das ginge sogar ohne Verzerrer.

Der Gesang ist es auch, der aus „I Saw The Devil“ etwas Besonderes macht: Ein melodisch gesungener und ein gebrüllter Part verzwirnen sich da nämlich so gut, dass einem die eher einfach gehaltene Leistung an Gitarre und Bass erst beim wiederholten Hören auffällt.

„Neither Heaven Nor Hell“ gleicht das allerdings wieder ganz gut aus: Hier halten sich die Instrumente zwar größtenteils auch eher zurück, aber es ist ein schönes und sehr tanzbares Stück.

Bei dem balladenartigen „Insanity“ hat Gitarrist Stefan Klemmt dann seinen großen Auftritt, außerdem gibt es auch hier wieder eine sehr gute Gesangsleistung zu hören. Hier lohnt es sich übrigens spätestens, mal durch das (mit viel Liebe gemachte) Booklet zu blättern und den Text nachzulesen: Sonst könnte man diesen Song über Irrsinn und Einsamkeit doch glatt für ein leicht melancholisches Liebeslied halten.

Bei „Open Your Eyes“ und dem Titelsong „Stranger“ ist es dann noch einmal Zeit für Trommelfeuer made by Simon Sledgeman und richtig große Töne. Danach lässt das Album ab „Change The World“ leider ein bisschen nach. Die Melodien werden ein wenig verwechselbarer, der Rhythmus ist nicht mehr so eindringlich und vom reinen Zuhören verrutscht die Wahrnehmung in Richtung Hintergrundbeschallung.

(c) Triekonos.

(c) Triekonos.

Weil mir wirklich kein treffenderer Vergleich einfällt (und der von Daniel Santilian von Der gute Ton einfach so gnadenlos passend ist), zitiere ich zu „Second Chance“: „So stell ich mir einen auf Englisch singenden Bela B vor“, sprich: Hier wackelt es etwas mit dem Zeilenumbruch. Übrigens ehrt Sanitilian Nick Wutta gesanglich sonst mit dem Titel des unehelichen Kindes von Klaus Meine und Serj Tankian – kein schlechtes Erbgut also!

Demtentsprechd erinnert mich besonders „Special Day“ wieder ein bisschen an die Scorpions – also, nicht an „Wind Of Change“, sondern an die anständigen Lieder der Eigentlich-sind-wir-doch-Metaller. Und das sind Triekonos auch: Anständige Rocker, die ein sehr hörbares und abwechslungsreiches Album abgeliefert haben. Zwei, drei Lieder hätte es vielleicht kürzer sein können. Aber alles in allem: Handwerklich haben die Leipziger es ohne Frage drauf. Ein bisschen mehr Hemmungslosigkeit im Studio hätte die Bewertung auf glatte 4 Punkte aufrunden können, aber so wie ich die Herren kenne, holen sie das live wieder rein. Fettbrett, eben!

Bewertung: 3,5/5
Highlights: Broken Arrow, Fight Fire WIth Fire, Neither Heaven Nor Hell

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