Junkies auf der Rolltreppe oder Vom Schreiben.

„Dass ich zum Zeitvertreib schreibe, zum reinen Vergnügen, wann immer ich Lust dazu habe, treibt Vincent in den Wahnsinn. […] Für ihn ist Entspannung beim Schreiben undenkbar. Er quält sich dabei. Und das bedeutet nicht, dass das Schreiben ihm keinen Spaß macht oder dass es ihm nicht leicht fällt, Worte oder Einfälle zu finden. Im Gegenteil.

Einfälle überkommen ihn, wo er geht und steht. Jeder neue Mensch in seinem Leben ist für ihn eine Quelle an Ideen, an Eigenarten und Erlebnissen. Er merkt sich Orte, Beobachtungen, kleinste Eigenheiten, und alles kann er einfallsreich und scheinbar mühelos in ein passendes Gewand aus Worten kleiden.

Aber er quält sich. […] Wenn die Worte zu leicht fließen, prüft er jedes einzelne mit doppelt scharfem Blick: Ist es trivial? Ist die Wendung der Geschichte zu alltäglich? Versteigt er sich in pathetischen Ausdruck oder Wiederholungen? Alles, alles überwacht er, immer wieder lektoriert und überarbeitet er, streicht fluchend aus oder stellt ganze Absätze um. Er stürzt sich ins Schreiben wie ein Ertrinkender, wie ein Brennender, ein manischer Charakter, der nichts kennt als seine Manie. Wenn er schreibt, ist ihm die Welt nichts, seine Gegenwart steht still.

Und wenn er es dann geschafft hat, wenn er in einem wilden Schaffensrausch, manchmal tagelang, ohne an Essen oder Schlaf zu denken, etwas beendet hat, ist er glücklich. Dann strahlt sein Lächeln, kontrollieren seine Augen noch einmal das Werk der Hände, fassungslos, dass jedes Zeichen genau seinen Platz gefunden hat. Einen Moment lang atmet er reine Luft, ohne jeden Gedanken. Entspannt. Nur einen Augenblick – wenn der zu lange dauert, verwandelt sich die Luft in seinen Lungen zu Rauch und Feuer und er brennt von Neuem, die nächste Idee zu finden, wieder zu schreiben.

Dafür, dass ich schreibe, wie andere Mädchen sich Schuhe kaufen oder neue Frisuren ausprobieren, dafür hasst er mich.“

Druckstaueffekt, Vincent III

Geschrieben habe ich schon immer. Als Dreijährige habe ich auf Omas alter Schreibmaschine herumgehackt, im letzten Kindergartenjahr saß ich halbe Nächte lang wach und bemühte mich, die sechs Buchstaben meines Namens einwandfrei aneinander zu bekommen. SABE. SABNE. Ich wollte nur zur Schule kommen, um endlich schreiben zu lernen. Und nachdem die ersten sechs Buchstaben geschafft waren, machten mir die anderen auch keine Mühe mehr.

Als Schulkind verfasste ich kleine Tiergeschichten von zweifelhafter Qualität. Als pubertätsgeplagter Teenager produzierte ich tonnenweise Tagebücher, Briefe und schwärmerische Fantasien über meine Lieblingsband. Dazu kamen die Schülerzeitung, ein Lieblingsband-Fan-Magazin und die üblichen Schwungübungen: Geschraubte Gedichte, bemühte Aphorismen und Kurzgeschichten.

Letztere kamen stets wie aus dem Nichts auf mich zugestürzt, sobald mir Menschen begegneten, deren Geschichten ich erzählen musste. In der Bahn, in der Stadt, ein Mann mit Hund, ein schlafender Penner – plötzlich sprang ihr ganzes Leben in meinem Kopf und wollte in Form einer Geschichte wieder raus. Und manchmal lief ich den ganzen Tag mit Stift und Papier herum, weil in meiner Schreibhand ein Gedicht feststeckte und jeden Moment herausgeschleudert werden konnte.

Auf diese expressive Phase folgten zehn Jahre des Nicht-Schreibens.

Ich schrieb weiterhin Briefe, aber die Fähigkeit, ganze Geschichten zu erfinden, war verschwunden. Abitur, Ausbildung, Studium – nichts. Kein Wort. Die Ideen kamen erst wieder, als ich noch einmal den Job wechselte – von der Buchhändlerin zur Texterin in einer Werbeagentur.

Die Agentur war von – sagen wir: zweifelhafter Reputation. Aber koksende Chefs, Kleiderordnung und Geldwäscherei hin oder her, dieser Job brachte zwei gute Dinge mit sich: Zum einen wurde ich im Einstellungsgespräch gefragt, ob ich ein „Schreiber“ sei. Das habe ich ohne zu zögern bejaht – und mir zuhause mit fliegenden Fahnen mein erstes Blog angelegt, damit ich diese Behauptung auch hand- und textfest untermauern konnte. Ich schrieb über Bücher, Berlin und das Leben, dazu kamen meine alten Kurzgeschichten und bald noch ein zweites Blog über Musik. So kam ich zum Bloggen, also dazu, wieder aktiv zu schreiben.

Zum anderen hatte ich einen sehr klugen Kollegen, der mir in vier kurzen Monaten vom Sternchentext bis zum ersten Magazinartikel alles Machbare an Wissen eingetrichtert hat – darunter auch Die Goldene Schreibregel Nr. 1: „Wenn du’s auf die eine Art nicht sagen kannst, sag’s auf eine andere.“ Das hat mir schon manches Mal den horror vacui erspart.

Meine Blogs habe ich länger behalten als den Job. Doch als ich die alten Einträge neulich auf Verwertbares durchsucht habe, musste ich feststellen, dass das meiste nur Schwungübungen waren – wie die Endlosschleifen, die Vorschüler in ihre Hefte kritzeln, bevor sie zum ersten Mal einen Füller in die Hand bekommen. Aber so, wie Kinder sich von den Endlosschleifen ausgehend das ganze Alphabet erobern, waren diese Schwungübungen für mich das Sprungbrett für den nächsten Schritt: Mit ein paar Beiträgen aus meinem Musikblog habe ich mich bei etlichen Magazinen beworben – bis eines mich genommen hat. Anderthalb Jahre war ich schließlich beim Valve Online Musik Magazine. Ich habe dort v.a. gelernt, mir selbst in den Arsch zu treten (panische Angst vor Interviews), Ähnliches immer neu zu formulieren (Reviews) und mit mir selbst hausieren zu gehen (hi, ich bin übrigens superwichtig).

Zeitgleich – und befeuert von dem ebenfalls schreibenden Kollegen –, verselbstständigte sich meine erste Idee mit Potential: Die Idee zum Plot tauchte eines Tages während einer Tramfahrt auf: Die ganze Handlung lag plötzlich ausgebreitet vor mir. Ich musste sie nur noch niederschreiben. Und das funktionierte großartig. Aus tagebuchartigen Notizen, Blogbauteilen und Lyrics entwickelte sich zunächst eine zunächst wortwörtlich zusammengeklebte Textcollage, die schnell immer größere Ausmaße annahm. Aus der zusammengewürfelten Collage entstand nach und nach der Entwurf einer Berliner Lovestory – ein Buch. An dem ich an freien Tagen auch schon mal 12 Stunden herumschreiben konnte, ohne an Essen, Schlafen oder social life auch nur zu denken. Ich habe mich in meinen Schreibtisch-Kosmos glücklich und ganz dem Rausch der Geschichte hingegeben.

Bis Seite 80 etwa. Bis dorthin entwickelten sich Charaktere und Story ganz prächtig – dann brach plötzlich Chaos aus: Da lag der vormals so friedliche Blätterstapel nun frech auf meinem Schreibtisch und bleckte spöttisch die papiernen Zähne: „Los! Komm schon! Korrigier mich, gib mir Überschriften! Schleif Dialoge zurecht und kratz an Kommata! Kürze! Erkläre! Mach mich besser! Los-los-los!“ Der Rausch war verflogen, der Glücklichmacher entwickelte sich zum Monster.

Wenn eine Geschichte fließt, kann ich mich in ihr verlieren; Probleme, Sorgen und überhaupt jeden anderen Gedanken – mich! –, vergessen. Ich schreibe und lese gleichzeitig, überrasche mich selbst mit meiner eigenen Erzählung und lebe das Leben der Protagonisten, ihre Freude, ihren Kummer, als wenn es meine eigenen wären. Ein richtiges Leben im Falschen, so fühlt es sich an.

Aber nun war Schluss mit dieser Leichtigkeit des fremden Seins: Ich hatte den Überblick verloren. Von einem Satz auf den anderen war die Story zu groß geworden. Reihenfolge, Wichtigkeit, geschlossene Erzählkreise – und die gottverdammte Grenze der Trivialität. Eine Weile konnte ich nur noch herumspielen – ein bisschen was streichen, ein bisschen was umstellen, Fragezeichen an den Rand malen (haufenweise) und bei all dem richtig schlechtgelaunt sein.

Die Angst des Dichters vorm leeren Blatt ist legendär; der Angst vor der werdenden Geschichte hat noch keiner ein Wort gewidmet. Dabei können sich schon Kurzgeschichten auf fünf, sechs Seiten in einen Dschungel verwandeln: Nebensätze wuchern wie Lianen, über die man auf dem Weg zurück zur Haupthandlung schrecklich stolpert. Unwichtig erscheinende Details werden zu Fallgruben und schon eine einzige undurchdachte Eigenschaft kann einen überfallen wie ein Schwarm giftiger Insekten. Ich stand auf Seite 84 ohne Machete blind im Regenwald.

Und dann kam auch noch das Leben dazwischen. Verlieben, verlier’n, vergessen, verirr’n – immer, wenn das Leben mit seinen sozialen Verpflichtungen und Menschen dazwischenkommt, geht das Schreiben drauf. Ein Kinobesuch raubt mindestens vier wertvolle Schreibstunden, eine liebeskranke Freundin benötigt drei Abende am Stück, und das Schlimmste: Die Gedanken, die ausschließlich auf Plot, Story und Figuren fixiert sein sollten, beginnen zu streunen wie streitsüchtige Straßenköter. Keine Chance mehr, sich zu konzentrieren. Ich stand vor der Entscheidung(und stehe dort gewissermaßen immer noch jeden Tag): Schreiben – oder Leben?

Der Mittelweg ist Leben mit anderen Schreibern. Gemeinsam ist der Weg durch den Dschungel leichter, gemeinsame Ideen sind mehr als die Summe aller einzelnen Einfälle. Wir reden über unsere Geschichten, verbessern gemeinsam und lernen – vor allem durch Kritik. Leser nehmen eine Geschichte oft hin, wie sie ist. Als Feedback erhält man ein „toll!“, ein „hm…“ oder vielleicht ein „warum eigentlich…?“. Schreiber wollen mehr. Sie hinterfragen nicht nur das, was schon da steht, sondern vor allem das, was eben (noch) nicht da ist: Charakter, Motive, durchgehende Entwicklungen. So entdecke ich Die Goldenen Schreibregeln Nr. 2: „Schreib alles hin, was du dir denkst“ und Nr. 3: „Show, don’t tell: Szenische Erzählweise und Dialoge statt Handlungsbeschreibung“. Zusammen mit der Erkenntnis von Planung und Anlage war eine Erleuchtung – in meinem Schreibkosmos ging die Sonne auf.

Doch wo Sonne ist, gibt’s auch verbrannte Erde. Oder anders gesagt: Ich bin zu meiner erfundenen Figur, zu Vincent geworden. Zum Frisuren ausprobieren oder Schuhe kaufen habe ich keine Zeit mehr. Ich will und kann keine Sekunde verschenken, das Leben ist einmalig und kurz. Um zu überleben, brauche ich meinen Job. Um zu leben, schreibe ich für Musikmagazine. Und je mehr Kontakte mit anderen Schreibern entstehen, desto mehr Ideen schießen durch meinen Kopf und wollen umgesetzt werden.

Dabei gibt es drei Schriftsteller, die mein Schreiben nicht persönlich, aber umso nachhaltiger durch ihre Worte beeinflusst haben. Der erste ist Stefan Zweig, der in „Die Welt von Gestern“ seiner Frau stolz einen erfolgreichen Vormittag am Schreibtisch meldet: „Ich habe einen ganzen Absatz gestrichen!“ – und mich davon überzeugt, dass die Jagd auf Redundanz genauso wichtig ist wie das Schreiben selbst.

Bei der zweiten handelt es sich um Margaret Atwood. Die sagte, dass, wenn man erst den roten Faden einer Geschichte verloren hat und das Schreiben nicht mehr laufen will -, einem nichts anderes übrig bleibe, als sich durch die Geschichte zu dem Punkt zurück zu hangeln, an dem es sich wieder „richtig“ anfühlt. Als ich das zum ersten Mal hörte, war es, als habe man mir eine Weltkarte des Schreibens vorgelegt: Es gibt den einen, den einzig möglichen Weg durch die Geschichte. Und den kann und muss man kontrollieren. Was wollen die Charaktere? Was ist ihr Motiv? Dementsprechend formulierte ich für die Überarbeitung meiner Geschichte meine eigene Regel, Die Goldene Schreibregel Nr. 4: „Alles Verwurkste entwurksen.“  Jetzt schreibe ich nicht mehr in Blaue, um zu sehen, wo ich am Ende rauskomme – stattdessen setze ich bei dem Puzzle aus Figuren und Handlung jedes Teil an seinen Platz.

Aller guten Schriftsteller sind drei: Erica Jong und „Der letzte Blues“. Die Protagonistin ist zwar Malerin, aber Kunst ist Kunst – und wenn man etwas schaffen will, ist es Gabe und Fluch, Schmerz und Glück zugleich. Es ist eine Sucht, schreibt Jong. Und genau wie ihre Protagonisten ohne Malerei ihren Lebenssinn verliert, kann ich das Schreiben nicht lassen. Jeder neue Einfall flitzt wie ein Blitz von Glück durch Kopf und Eingeweide, und dabei werde ich von jeder ungeschriebenen Idee getrieben, bis ich sie endlich zu Papier bringe.

Dabei schreiben sich nicht alle Geschichten  gleich: Wenn ein Text gut läuft, ist es, als führe ich auf einer geräuschlos dahingleitenden Rolltreppe zügig ins Paradies. Wenn nicht, dann kämpfe ich mich schwitzend und keuchend diese Rolltreppe bei doppelter Geschwindigkeit und überfüllter Sommerschlussverkauf-Besetzung in Gegenrichtung rauf. Nur nicht stehenbleiben, sonst bin ich gleich wieder unten. Und Vorsicht! Bloß nicht umrempeln lassen!

Denn ein Tag, an dem ich nichts schreibe, ist ein verlorener Tag. Ein Tag, an dem ich schreibe, bin ich für nichts anderes zu gebrauchen. Ich schlafe nicht mehr aus, faulenze nicht und nehme mir keinen Moment, um das zu genießen, was in der Einmaligkeit der Zeit geschieht. Schreiben ist wichtiger. Dabei vergesse ich alles um mich herum. Es ist wie Niesenmüssen. Unterdrücken?  Unmöglich.

Schreiben ist egozentrisch – es braucht seinen Platz und es macht einen zum einsamsten Menschen. Und zum Einzigen in der Welt. In der eigenen Welt. Es ist großartig, das Größte. Und es frisst alles andere. Ein geordneter Haushalt verkommt, der Kühlschrank bleibt leer (aber das Essen vergesse ich sowieso) Beziehungen leiden unter geistiger und Freundschaften unter physischer Abwesenheit. Das ist der Preis für den Funken Glück.

Will ich mich deshalb beklagen? Nein. Das sind nur die Fakten. Nichtschreiber sagen: „Lass es doch mal liegen. Schieb es einfach beiseite und entspann dich.“ Nein. Nichtschreiber verstehen das Wesen des Schreibens nicht: Sie halten es für ein Hobby, einen Luxus, einen Genuss, den ich mir gönne wie andere sich einen Joint anzünden, ein Glas Wein einschenken oder eine Runde Achterbahn fahren. Aber ich schreibe nicht zum Vergnügen – auch wenn es mein größtes Vergnügen ist.

Wenn eine Idee in meinen Kopf platzt, will ich sie niederschreiben; es ist ein Drang, ein Bedürfnis, wie es wohl nur einer kennt, der sich schon morgens im Bett den ersten Schuss setzen muss. Es stehen und zu liegen, sein zu lassen, das kommt nicht in Frage. Ich steige erst wieder von der Rolltreppe, wenn ich im Paradies angekommen bin. Vorher kann ich nicht nur nicht aufhören, ich will es auch gar nicht. Der Rausch ist einfach zu gut und am Ende rundet jede fertige Geschichte mein Leben auf; zu der alltäglichen Tretmühle aus Schlafen-Arbeit-Fortpflanzung gesellt sich dann etwas, was ich – euphorisch und realistisch –, nicht anders nennen kann als „Sinn“. Ohne Schreiben wäre mein Leben arm, sinn-los eben.

Um es mit den Worten der AA zu sagen, den Anonymen Alphabetikern: Ich gebe zu, dass ich dem Schreiben gegenüber machtlos bin und mein Leben ohne Schreibtisch nicht mehr meistern kann. Ich fasste längst den Entschluss, meinen Willen und mein Leben dem Schreiben anzuvertrauen und mein tägliches Leben nach seinen Grundsätzen auszurichten.

Ich bin ein Junkie. Halleluja.

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10 Gedanken zu “Junkies auf der Rolltreppe oder Vom Schreiben.

  1. rocknroulette schreibt:

    um atwoods ausspruch noch einmal ausführlich wiederzugeben, sei hier ihre „wie schreibt man einen bestseller?“-regel nr. 8 zitiert, die sie für die SZ so formulierte:
    „Wenn Sie in einen Wald geraten, bleiben Sie nicht dort hocken. Haben Sie sich im Plot verzettelt oder hängen Sie fest, gehen Sie zurück an die Stelle, an der Sie den falschen Weg eingeschlagen haben. Nehmen Sie nun den richtigen und/oder wechseln Sie die Person. Zur Not den ersten Absatz.“
    … das ist stellenweise zwar irgendwie krude ausgedrückt (diese bestsellerautoren…), aber es passt. und funktioniert.

  2. a. schreibt:

    Was für ein toller und anregender Beitrag! Entschuldige die kitschige Formulierung, aber anders weiß ichs nicht auszudrücken: deine Leidenschaft fürs Schreiben ist in jedem Satz spürbar, das finde ich großartig und inspirierend. Es macht Lust, selbst ein paar Worte zu Papier zu bringen, wozu ich mich seit Stunden zu motivieren versuche und was ich gleich endlich tun werde. Also danke für den Anstoß! Und viel Erfolg für die Zukunft. Du bist auf dem richtigen Weg.

  3. Lilith Adami schreibt:

    Du bist die erste, die mir begegnet, die auch eine so lange Schreibpause hinter sich hat, spannend! Ansonsten: erwischt, aber hallo, ich habe so lachen müssen. Allerdings habe ich für mich gelernt, lerne es immer wieder neu, nicht alles zu schreiben, was in meinem Kopf explodiert. Dazu gehört für mich die Angst loszulassen, dass die Quelle versiegen könnte. Sie tut es nicht. Und falls eines Tages doch, dann sei es so. Und ja doch, das Getriebensein, den Rausch kenne ich trotzdem immer noch, nur die Verzweifung, wenn ich ihn, aus welchen Gründen auch immer nicht auslebe, die wird weniger.

    Bin auch ganz bei dir, was Austausch angeht: konstruktiver Natur ist er imho nur mit anderen Künstlern möglich, fängt dort an, wo jemand sich nicht einfach mit dem zufrieden gibt, was ich schreibe. Dort, wo der Gegenüber Worte nicht benutzt, um seinem Ego einen runterzuholen, sondern die Worte ihn benutzen, um Leben auf eine der unzähligen Weisen auszudrücken. Dort, wo ich einen Text kritisieren darf, ohne dass sich der ambitionierte Autor in seiner Person gekränkt fühlt. Aus dem Grund halte ich mich fern von Schreiberlingen-Foren, ich will keine gegenseitige Bauchpinselei, ich will lernen, so präzise zu schreiben, wie es irgend geht.

    Falls du an Austausch interessiert bist, an Reibung, die Wachsen ermöglicht, du hast ja meine E-Mail Adresse. (:

    Ich wünsche dir, dass du eine Agentur und einen Verlag findest. Und Rausch, und pralles Leben. Und Jetzt.

  4. Mountfright schreibt:

    Hat dies auf schreckenbergschreibt rebloggt und kommentierte:
    Morgen erzähle ich Euch von meinen Testleserinnen und Testlesern, bevor ich am Freitag die erste Leseprobe aus den „Nomaden“ posten werde. Heute aber nochmal ein Reblog – hinter Tür 9 im Blogadventskalender von Rocknroulette verbarg sich dies hier – und ich war amüsiert, wie sehr sich die Erfahrungen zweier offenbar durchaus verschiedener Menschen (demnach, was ich ihrem Blog entnehme, ich kenne sie persönlich nicht) in Hinsicht auf das Schreiben und die Schreibbiographie ähneln. Manches hiervon könnte Euch, meine Treuen, bekannt vorkommen. 😀

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