Begleitmusik: September.

Song des Monats: Seeed „Molotov“ (2011)

S-3E-D, SEEED! Ich mag eigentlich nicht mal alles von dieser Berliner Gäng. Es sei denn, es ist LIVE und in der Wuhlheide. BÄM! Wow! Das waren die kürzesten und kurzweiligsten zwei Konzertstunden meines Lebens! Dabei treiben Peter Fox & Kollegen nichts wahnsinnig Aufwendiges: Sie haben ein sehr cooles Großstadt-Felsen-Bühnenbild, eine großartige Lightshow, sie tragen ihre Anzüge mit der Lässigkeit von Baggie & Basecap – und sie machen ihre kleinen Kick-Around-Step-Moves. Mit Hingabe und Eleganz. Publikumsanimation gibt es auch: Etwa, wenn zur Melodie des „Harlem Shake“ erst massenmäßig nach links, links, rechts, rechts getanzt wird, dann nach einem Massenstrip T-Shirts gewirbelt werden und hinterher die ganze Wuhlheide Feuerzeuge leuchten lässt. Sparsamer Einsatz für große Effekte! Seeed haben es eben drauf. Einziger Kritikpunkt: Ich hätte mir „Der letzte Tag“ als Zugabe gewünscht, und kein Remix-Kuddelmuddel.

Kleinigkeiten, das ist Nörgeln auf hohem Niveau. Und liegt auch nur daran, dass ich vor drei Jahren Peter Fox und seine Stadtaffen-Konzerte verpasst habe (von dem Album mag ich nämlich einfach alles). Von Seeed hab ich zwar die alten, reggaelastigeren Stücke lieber (zu nichts kann man geiler sein Teil schwingen oder den Speck schütteln), aber dieses Stück mag ich. Wegen des Videos und dieser drei Zeilen:

„Wir sind alt,
unsre Ärsche werden breit,
doch wir sind noch sehr sehr, sehr sehr tight.“ Yeah!

Album des Monats: System Of A Down „Mezmerize“

Dieses Jahr war ich in der Berliner Wuhlheide zum ersten Mal bei einem SOAD-Konzert – und mehr als überwältigt davon, dass der ganze System-Sound tatsächlich live auf die Bühne zu kriegen ist! Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich Songtitel bei SOAD ebenfalls fast nie zuordnen kann: Für mich bestehen die Stücke aus Präzision und Chaos, aus Sehnsucht, Melancholie, Wut und Headbäng an den richtigen Stellen, vermutlich höre ich nichts so sehr mit dem Herzen wie diese Band.

Aber auch ohne Songtitel war eins klar: Die Armenier brauchen keine Aufwärmpahse. Stattdessen haben sie einen Knaller nach dem anderen ausgepackt – größtenteils aus „Tocicity“ und „Mezmerize“, meinen Lieblingsalben. Die Lightshow war wirklich gut, damit hat das unstete und trotzdem melodische Blitzen und Funken der Songs noch besser funktioniert.

Die Vorband Hawk Keys hat die zuckenden Rhythmen irgendwie hingekriegt, aber der Sänger hatte keine Macht über niemanden (überhaupt: Vorband bei SOAD ist eine echte Sinnfrage – ähnlich kann nur schlechter sein und anders auch nicht besser). SOAD sind eben einzigartig. Wäre ich Musiker, ich wüsste nicht, wie das nachzumachen ist. So merke ich nur, wie unzureichend Worte sind. Chapeau, Serj Tankian, für all das, was in deiner Goldenen Kehle steckt.

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2 Gedanken zu “Begleitmusik: September.

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