Der W im Astra, Berlin am 19./20.04.2013.

Nachdem wegen eines Unfall mit drei gebrochenen Rippen und Schmerztherapie-Odyssee die ersten sechs Konzerte der III-Tour ausfallen musste, ist die Vorfreude auf den W in Berlin umso größer: Im ausverkauften Astra drängen sich an gleich zwei Abenden die Fanmassen.

Durchschnittsalter: 30. Mindestens. Eben die Leute, die mit den Onkelz aufgewachsen und mit dem W erwachsen geworden sind – darunter auch Ex-Bandkollege Pe Schorowsky und die Band Eschenbach. Dementsprechend kribbelt die ganze Halle schon bei den Vorbands – Boykott und die grandiosen Toxpack-Jungs aus Berlin – vor Erwartung.

(c) Marcus Sielaff, music.heritage.com

(c) Marcus Sielaff, music.heritage.com

Darunter mischt sich ein bisschen Sorge, denn wie würde es Stephan gehen? Aber schon der erste Song lässt aufatmen: „Operation Transformation“ und ein Stephan, der in knallharter Kneipenterrorist-Manier seinen gewohnten Anspruch von Fullpower aufrecht erhält.

Wenn man es nicht wüsste, man würde nicht denken, dass das Kraftpaket auf der Bühne gerade noch flachgelegen hat: Stephan spielt sich durch ein umfassendes Set aus Neu und Alt, und kann sein Glück selbst noch nicht fassen: „Endlich stehe ich auf dieser verdammten fucking Bühne! Als ich im Krankenhaus lag, dachte ich die ganze Zeit nur: Wie soll ich den Leuten das erklären?“ Er bedankt sich beim Publikum, entschuldigt sich wieder und wieder für die ausgefallenen Konzerte und wird dafür mit euphorischen Sprechgesängen gefeiert.

Als die „Stephan Weidner!“-Rufe jedoch in „Mexiko“-Forderungen übergehen, wird der strahlende W kurz grantig: „Schnauze! Wer das noch singt, der hat den Schuss nicht gehört!“ Damit hat er nicht nur die Lacher, sondern auch alle Aufmerksamkeit auf seiner Seite. Insgesamt 20 Songs von hart bis zart rockt Der W mit seiner Band herunter, bis nach „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“ zum erstmal das Licht ausgeht.

Gehen will noch längst keiner. Und bleiben lohnt sich: „Der W Zwo Drei“ allein wäre schon ein genialer Abfeier-Rocksong, aber das allerletzte Stück ist wohl für fast alle im Publikum das absolute Highlight des Abends: Der W spielt ein Onkelz-Stück. Er spielt „Regen“. Von wegen Schuss nicht gehört – im ganzen Saal recken sich Fäuste in die Luft und es gibt kaum einen, der diesen Text nicht lautstark mitsingt. Besser hätte dieses kleine Comeback nicht ausklingen können.

Alle Fotos zum Konzert gibt es bei music-heritage.com

Setlist:
1. Furor (Intro)
2. Operation Transformation
3. Stille Tage
4. MachsMaulAuf
5. Herz Voll Stolz
6. Kampf den Kopien
7. Schatten
8. An die, die wartet
9. Judas
10. Mein bester Feind
11. In stürmischer See
12. Mordballaden
13. Urlaub mit Stalin
14. Vergissmeindoch
15. Nee, nee, nee
16. Schlag mich
17. Lektion in Wermut
18. Leinen los
19. Ein Lied für meinen Sohn
20. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich

Zugabe:
21. Der W Zwo Drei
22. Kafkas Träume
23. Geschichtenhasser
24. Regen (Onkelz)

Advertisements

2 Gedanken zu “Der W im Astra, Berlin am 19./20.04.2013.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s