Danko Jones – Rock And Roll Is Black And Blue.

(VÖ 21.09.2012) Alles wie gehabt? Mit seinem neuen Album geht Danko Jones den Weg von „Below The Belt” nicht weiter, sondern dreht wieder ab Richtung Garage. Dreckig, laut und heftiger denn je. Eine Schritt zurück? Vielleicht, aber vor allem eine Erleichterung.

Danko Jones - Rock And Roll Is Black And Blue

Danko Jones – Rock And Roll Is Black And Blue

Mit „Never Too Loud“ sind die Kanadier schon mal richtig reingefallen – denn dieses glattgebügelte Album kam dem Mainstreamgehör zwar von allen Scheiben am nächsten, aber jeder eingefleischte Danko-Liebhaber musste sich mit bitteren Tränen des Bedauerns in den Augen niedergeschlagen abwenden. Mit „Below The Belt“ war der Spagat zwischen packenden, bei aller Rockigkeit dennoch eingängigen Melodien und brettfettem Gitarrensound geschafft – neben „Born A Lion“ wohl das beste Werk von Danko Jones.

Seitdem Frontsau Danko Jones, John Calabrese am Bass und Atom Willard an den Drums sich ab April diesen Jahres im Studio den Aufnahmen zum verflixten siebten Album widmeten, stellte sich neben echter Vorfreude auch Beunruhigung ein: Was nun? Mainstream oder Rock-Hard, Masse oder Klasse?

Beim ersten Durchhören von „Rock And Roll Is Black And Blue“ wird zumindest eins klar: Das hier ist Rock’n’Roll. Schwarz, bluesblau und grundschmutzig. Anders als bei „Below The Belt“ setzen sich nicht sofort Melodien fest, aber der Block von „Conceited“,  „Don’t Do This“, „The Masochist“ und (dem ungewöhnlich startenden) „I Believed In God“ schrubbt mit Vehemenz durch die Gehörgänge und macht von Anfang an einfach nur Freude.

Das ist Danko Jones in Reinkultur: Egoman, selbstironisch und im doppelter Sinne spitzzüngig. Geballter Macho-Sex und geballtes Macho-Leid. Und darüber rollen die wuchtigen Gitarrenriffs mit der Sturmgewalt einer Naturkatastrophe, wird mit präziser Todesverachtung auf die Drums eingedroschen  und dröhnt sich der Bass mit metrischer Regelmäßigkeit durch die knapp gehaltenen Songs.

Je öfter man „Rock And Roll Is Black And Blue“ hört, desto mehr lernt man auch Songs wie „Terrified“, „Legs“ oder „I Don’t Care“ zu schätzen. Der Einzige, der irgendwie nicht gewinnt, ist „Always Away“. Die nervöse Gitarre erinnert zwar an einen gängigen Track von AC/DC – hatte „Black Ice“-Mischer Mike Fraser da etwa die Hände im Spiel? -, aber wenn „Rock And Roll Is Black And Blue“ ein Zugeständnis an Radiokompatibilität macht, dann ist es wohl dieser Song. Hätte jetzt nicht notgetan, da freut man sich doppelt, wenn es mit „Conceited“ danach wieder so richtig auf die Zwölf geht.

Kann man dieses Album kurz fassen? Vielleicht in diesen Satz: Danko Jones hat sich für den richtigen Weg entschieden. Wer will schon in die Charts, wenn er für ehrlichen, harten Rock’n’Roll geboren ist? Und wer will in Arenen spielen, wenn man in kochenden Sälen geliebt und gefeiert wird, während der Schweiß von der Decke tropft? „Rock’n’Roll Is Black And Blue“ – und mit Danko Jones ist er auch noch gnadenlos hot.

Bewertung: 3.5
Highlights: Conceited, Don’t Do This, The Masochist, I Believed In God

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