The Offspring – Days Go By.

(VÖ 22.06.2012) Vier Jahre Pause seit “Rise and Fall, Rage and Grace”, und seit dem genialen “Smash”… davon wollen wir mal lieber gar nicht reden. Das neuste Offspring-Werk kommt gewohnt punkrockig daher – gewohnt oder sogar etwas überholt, denn Überraschungen gibt’s keine, das wissen wir seit dem Stream.

The Offspring - Days Go By.

The Offspring – Days Go By.

The Offspring ist definitiv eine der Bands, auf deren Scheiben vermutlich jeder um die 30 einen fetten Aufkleber besagend „Lebhafte Jugenderinnerungen“ pappen möchte. Unweigerlich kommen einem da Skateboards, Klassenfahrten, Endlich-18-Partys und Schlimmeres in den Sinn. Aber – tadaa! gekonnter Übergang zum ersten Songtitel! – „The Future Is Now“. Nix mehr mit Schulhofflirts und heimlichen Trinkgelagen: Der erste Track klingt mit dem typischen Highspeed, der tanzbaren Melodie und ein wenig Sehnsucht in Dexter Hollands Stimme immer noch danach.

Ein wenig melancholischer und auf Sparflamme geht es mit „Secrets From The Underground“ weiter, und der anschließende Titelsong ist auch nicht besonders spektakulär. „Turning Into You“ hat ebenfalls seine Längen, das klingt wie Trinken bis zum Morgengrauen: Irgendwann sind alle müde und möchten eigentlich nur noch nach Hause, aber als Teenager will man halt die Grenzen noch nicht akzeptieren.

„Hurting As One“ ist wieder ganz gut, typisch Offspring eben. Aber leider auch nichts Besonderes. Typisch ist das allerdings nur das Eine, bemüht „frech und poppig“ das Andere: „Cruising California (Bumpin‘ In My Trunk)“ ist melodisch der letzte Discoshit. Hoffentlich ist wenigstens der Text bis zum Erbrechen ironisch gemeint. Danach legen die Mittvierziger-Punkrocker mit der übel schmalzigen Ballade „All I Have Left Is You“ noch einen drauf. Radiocharts? Hier kommen wir.

Dagegen ist der HipHop-Versuch „OC Guns“ mit seinem lässig wabernden Rhythmus und den Scratching-Einlagen schon wieder richtig gut und amüsant. Spanisch hätte es nicht sein müssen, aber ja, der Beat geht. Mit „Dirty Magic“ wird es noch einmal balladenhaft und „I Wanna Secret Family (With You)“ ist wieder punkrockig typisch. Diesmal allerdings als Kompliment gemeint, denn der dezent absurde Text und die Collegestyle-Soli gehen einfach ganz gut ab.
„Dividing By Zero“ klingt dagegen wieder nur bemüht fetzig. Als würden The Offspring immer noch mit 17jährigen abhängen wollen und sich deswegen alle drei Minuten die Krähenfüße überpudern. Jungs, habt ihr so eine Sugardaddy-Attitüde denn nötig? Nein, hätten sie nicht!! Denn mit „Slim Pickens Does The Right Thing And Rides The Bomb To Hell” hauen sie noch mal ordentlich drauf. Und sagen auch das schöne Wort mit „M“ und „Otherfucker“ noch mal.

Man muss wohl nicht darüber diskutieren, dass „Smash“ für immer und ewig ungeschlagen bleiben wird. Eigentlich können The Offspring noch was, aber manchmal wollen sie es besonders authentisch machen – schließlich darf Punkrock ja nicht älter als maximal 27 werden – und dann wird es ein bisschen peinlich. Weniger als 3 von 5 Punkten gibt’s aber doch nicht, dafür sind die Jugenderinnerungen einfach zu schön.

Bewertung: 3/5
Highlights: The Future Is Now, OC Guns, I Wanna Secret Family (With You), Slim Pickens Does The Right Thing And Rides The Bomb To Hell

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