King Cannons – The Brightest Light.

(VÖ 22.06.2012) Man möchte dieser Scheibe, die nach der EP das offizielle Debüt der Australier ist, nicht nur eine durchschnittliche 3 geben – aber was der Springsteen-Sound der Band live an Feuer hat, das fehlt hier noch ein bisschen. Trotzdem, das Potential stimmt!

King Cannons - The Brightest Light

King Cannons – The Brightest Light

Von Bruce Springsteen zu The Clash, ein wenig Chuck Berry und Social Distortion, dazu etwas Jamaica-Reggae-Feeling – so lassen sich die klanglichen Einflüsse der Sechs zusammenfassen. Zum Einen haben die King Cannons damit schon jetzt einen typischen Sound drauf, der sich aus dem enthusiastischen Orgel-/Piano-Spiel von Mikey Ting, der rauen Stimme von Luke Yeoward und unverwechselbaren Stolpergang ihrer energiegeladenen Melodien zusammensetzt. Zum Anderen ist man ihnen einfach verfallen, wenn man sie einmal live gesehen hat, denn da finden sie vor Spielfreude und Enthusiasmus kein Ende – vielleicht wäre ein Live-Album die nächste Option…

Aber das nur am Rande – hier geht es erst einmal um „The Brightest Light“, das bei „Stand Right Up“ gutgelaunt mit etwas Bongogetrommel startet. Nett. Aber leider nichts Besonderes. Etwas mehr hat dann schon „Too Young“ zu bieten – ein Powersong über moderne Sklavenhaltung, wenn man so will, und die Wut, wenn die Jugend nicht genügend Freiheit bekommt.

Beim nachfolgenden, eher verhaltenen Titelsong macht sich ganz schön viel „Born in the U.S.A.“-Sound breit – und wenn dieser Song auch nicht der Knaller ist, merkt man dabei doch, wie gut die King Cannons zusammenspielen. Die bekannten Bongos, Mundharmonika, Gitarre: Hier greift eins ins andere, gekonnt und durchdacht. „Too Hot To Handle“ rockt schon, aber richtig gut ist dann „Call For Help“ mit dem typischen Stolperschritt und den Sambaandeutungen. Während schon die Füße wippen, überlegt man zwanghaft, an welchen Klassiker das nun wieder erinnert – und kurz vor Ende hat man’s raus: Es ist Tom Pettys „Learning To Fly“, aber mit ordentlich Schwung.

„Shot To Kill“ bleibt auf schwere, langsame Weise rockig – die Gitarre ist nach den sauberen Cannons-Maßstäben schon fast rotzig zu nennen und Ting steuert einmal mehr einen tollen Orgelsound bei. Es folgen zwei fast melancholische Stücke, dann wird mit „The Cool Change“ und „On Our Own“ noch einmal rockig nachgelegt. Stolpergitarre und Drumspeed, diese beiden Songs  machen richtig gute Laune. Da dürfte auf der Bühne die sorgfältige Tolle von Luke Yeoward endgültig zerfallen und der erste Schweißtropfen über seine tätowierte Träne rollen.

Die letzten beiden Stücke verabschieden sich mit Akustiksound und einem kräftigen Anfang, der mehr erwarten lässt als dann folgt, ein bisschen sang- und klanglos. Stattdessen sei jedem die vorangegangene EP mit „Teenage Dreams“ und „Smoked Out City“ ans Herz gelegt, denn von den King Cannons gibt es hoffentlich noch mehr zu hören.

Alles in allem: „The Brightest Light“ gewinnt, je öfter und je feiner man ihre Einzelheiten hört. Verdammt gute Musik ist es bereits, aber bisher ist der Funke noch nicht auf Platte gebannt. Also, königliche Hoheiten – beim nächsten Mal steht mindestens einer 4er-Bewertung an! Da geht noch was!

Bewertung: 3/5
Highlights: Too Young, Call For Help, The Cool Change, On Our Own

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