African Journal #11 – Homecoming Queen.

Im Flugzeug haben sie auf dem Rückflug von Dar nach Istanbul tatsächlich den Nerv, um kurz nach 4 Uhr eine vollständige, warme Mahlzeit zu servieren. Dank Übermüdung bin ich schon auf der Rollbahn eingeschlafen und nur kurz beim Abheben aufgewacht, nicht aber bei der Essenausgabe. Mein Nachbar – ein russischer Geschäftsmann – verteidigte meine Portion beim Abräumen jedoch heldenhaft.

Als ich aufwache, ist das überbackene Sandwich kalt und hat sich in das zurückverwandelt, aus dem Flugzeugnahrung besteht: in unverzehrbares Weichplastik. Aber der Kuchen war gut. Den Salat wollte ich gut konditioniert gleich wegschieben. Aber dann fiel mir ein, dass frisches Gemüse ja ab sofort wieder essbar war! Halleluja! Die schlappe Gurkenscheibe und die geschmacksfreie Tomaten waren ein regelrechtes kulinarisches Feuerwerk auf meiner chipsi-gewohnten Zunge.

Danach schlief ich weiter, mit so einem Flugzeugessen-Klops im Magen geht das ja auch besonders gut. Vielleicht haben sie deswegen noch mal was serviert. Frühstück gab’s morgens dann natürlich auch.

Auf der Rückreise habe ich keine Klaustrophobie-Probleme: Erst einmal teile ich den Dreiersitz mit nur einem Mitreisenden und außerdem fliegen wir ins Morgengrauen und nicht in die alles verzehrende Dunkelheit der Nacht.

Die Pyramiden. Die Pyramiden? Die Pyramiden!

Zum Frühstück fliegen wir über Ägypten hinweg. Über Ägypten und die Pyramiden. Die Pyramiden! Ich quieke fast vor Begeisterung als ich unten am Boden die 2×2 spitzköpfigen Monstren erblicke, so unglaublich erscheinen sie mir. Da fliegt man über Ägypten und die Pyramiden stehen da ganz selbstverständlich und es sieht ganz so aus, als gäbe es sie wirklich und nicht bloß in Geschichten, Filmen und Reiseführern. Krasser Scheiß!

Der Russe neben mir zuckt mit den Schultern und sagt, dass er Afrika nach sieben Jahren satt habe. Er wolle nur nach Hause. Ob ich das will, weiß ich gerade nicht. Die Rückreise ist in Ordnung, aber Zielort Sansibar wäre mir lieber.

In Istanbul landen wir mit einer Dreiviertelstunde Verspätung. Ich renne im Affenzahn von einem Gate zum anderen, und habe ich nicht einmal Zeit, mir noch eine Portion Pistazienflusen zu kaufen. Verdammt. Dafür habe ich auf dem Flug nach Hamburg drei Sitze für mich und kann richtig ausgestreckt noch ein bisschen schlafen. Natürlich, nachdem ich brav mein Gummiessen und den zweiten Knaller-Salat verspeist habe. Das Frittierte fängt an, mir zu fehlen.

Drei Tage Safari

Drei Tage Safari

Was mir noch fehlt, je weiter ich gen Heimat komme: Die Wärme. Die Sonne. Meine C. Das Mambo-wipi-Rufen, das karibu-genannt-werden und vor allem die entspannte Ruhe der Tansanier.

Aber wenn auch sonst schon wieder alle gestresst sind und außer ihren braungebrannten Gesichtern nichts vom Urlaub übrig scheint, ich lasse mich nicht hetzen. Und pole pole komme ich genauso fix zur U-Bahn wie die, die sich gegenseitig anschnauzen, doch mal das Kind nach vorn zu lassen. Noch zwei Stunden Bahnfahrt und dann bin ich zuhause. Berlin.

Meine erste große Reise ist vorbei.
Fortsetzung? Folgt! Versprochen.

Don’t try this at home.
Für alle, die nachreisen wollen, in order of appearance.

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