Crocodiles – Endless Flowers.

Crocodiles - Endless Flowers

Crocodiles – Endless Flowers

(VÖ 01.06.2012) Auf dem Coverbild schlendert ein junger Mann mit nichts als einem Tulpenstrauß in der Rechten und einem Zensurbalken unter der Gürtellinie entspannt eine Treppe hinunter. Und wenn man so will, ist dieses Foto Programm für das ganze Album: Lockerer Indie-Punk in guter Tradition und ohne allzu viel Schnickschnack.

Mit „Endless Flowers“ legen die Crocodiles aus San Diego, Kalifornien bereits ihr drittes Studioalbum vor. Obwohl es als „poppiger“ als seine Vorgänger angekündigt wurde, darf man sich doch freuen, dass die Band nichts von ihrer halbdüsteren Atmosphäre eingebüßt hat. Aber um es vorwegzunehmen: „Endless Summer“ hat keine großen Knaller zu bieten. Was wiederum nicht bedeutet, dass es kein gutes Album wäre.

Der Titelsong eröffnet mit entspannter Sonntagmorgen-Stimmung: Melancholische Gitarren, ein treibender Rhythmus, um sich zu strecken, sich langsam aus dem Bett zu wälzen… und eine leise Erinnerung an Independent-Größen wie The Monochords aufkommen zu lassen.

Art-Punk nennen die Bandpartner Brandon Welchez und Charles Rowell ihren 2008 begründeten Style, aber beim neuesten Werk lässt sich die wachsende Nähe zum Indie nicht verhehlen: Nach der fast fröhlichen Single-Auskopplung „Sunday (Psychic Conversation #9)“ folgt spätestens mit „No Black Clouds for Dee Dee“ der letzte Schritt in die Fußstapfen der frühen Mando Diao. Bei „Hung Up on A Flower“ lassen mit den ersten Klavieranschlägen à la „Wonderwall“ dann sogar die Urväter Gallagher grüßen – soviel zu Indie vs. Punk.

Am punkigsten – oder zumindest am experimentellsten – ist danach der Einstieg in „My Surfing Lucifer“: Hier verkündet eine Frauenstimme mit blechernem Lautsprechercharme in Endlosschleife minutenlang sinnentleerte, deutsche Weisheiten über Zahnfleisch, Sonnenschein und Augäpfel. Ist dieser Horrortrip aber überstanden, erwartet einen eine eingängige Melodie mit regelrechtem Ohrwurmpotential.

Danach wird es wieder angenehm unauffällig und unauffällig angenehm.

Bis der letzte Song „You Are Forgiven“ mit Kirchenglocken nicht nur das Ende des Albums, sondern auch das beste Stück auf der Scheibe einläutet. Hier erreicht der Gesang eine dunkle Gänsehautqualität und das Klavier eine nahezu hypnotische Wirkung – und eine unverwechselbar charakteristische Lo-Fi-Crocodiles-Note, die auf dem Album ruhig um einiges stärker hätte betont werden können.

Bewertung: 3.5/5
Highlights: Hung Up On A Flower, My Surfing Lucifer, You Are Forgiven

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