Bonsai Kitten im Festsaal Kreuzberg, Berlin am 14.04.2012.

Tollenträger, Psychos, Metalheads und sogar einige Normalos älteren Semesters – sie alle sind im Festsaal Kreuzberg erschienen, um an diesem Samstagabend feinsten Killbilly made in Berlin zu hören und den Release der neuesten Bonsai-Kitten-Scheibe „Welcome To My World“ zu feiern.

Aber Eile mit Weile: Zunächst einmal erklimmt Matt Voodoo die Bühne, seines Zeichens  frischgebackener Mad-Sin-Gitarrist und derzeit noch mit seinem Solo-Projekt auf Tour. Und er lässt es richtig krachen, kurz gesagt: Zwei Meter Akustikrock samt Bombenstimme in Reinkultur.

Die zweite Vorband Stakeout dagegen macht ihr Credo „Es gibt schlimmere Bands“ zum Motto des Abends. Laune: bestens, Ska-Punk-Sound: gut, Gesang: sehr mittel, Witze: trial & error. Es gibt Schlimmeres, aber auch sehr viel Besseres.

Bonsai Kitten zum Beispiel! Wenn Frontfrau Tiger Lilly Marleen im wabernden Trockeneisnebel mit fliegender, knallroter Haarpracht und knallengem Chinakleid über sexy Strümpfen mit dem Album-Titelsong „Welcome To My World“ loslegt, ist sowieso alles andere vergessen. Neben echter Handwerkskunst an Schießbude, Kontrabass und Gitarre haben die vier Berliner nämlich eine geniale Bühnenshow mit Schattentanz und Feuerwerk auf Lager.

Mit bemerkenswert voluminöser Rauchstimme bringt Tigerin Marleen spätestens mit dem Cover „Please Mr. Jailor“ den Saal zum Beben. Bei „Virgin Suicide“ und „Don’t Mess With Me““ bekommt die Band noch einmal Unterstützung vom kürzlich ausgetretenen Gitarristen Hajo, aber sonst erreicht Frischling Highko Strom auch locker allein den gewohnten Powersound. Besondere Highlights sind das energiestrotzende „Life Is A Bitch (And So Am I)“ und das Alice-Cooper-Cover „Poison“, bei dem die funkensprühenden Pyro-Einlagen kurzzeitig die Bühne in Flammen und die Techniker in Aufruhr versetzen. So was nennt sich wohl eine richtig heiße Show!

Beim vorläufig letzten Song „Chronic Of My Life“ regnet es mit einem Donnerknall sogar Glitter aufs begeistert tanzende Publikum. Aber zum Glück gibt’s nicht nur Glitzer, sondern auch noch Zugaben: Für „Cat Scratch Fever“ packt Marleen kittengemäß die Katzenmaske aus und schließlich fährt sie mit „Too Drunk To Fuck“ ein letztes Mal die Krallen aus. Diese Kitty ist eben eine wahre Raubkatze!

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