The Doors – L.A. Woman 40th Anniversary Edition.

(VÖ 20.01.2012) 1971 erschien das letzte Doors-Album. Nachdem ihr damaliger Produzent die bluesigen Aufnahmen als „Cocktail-Jazz“ abgelehnt hatte, produzierte die Band das Album gemeinsam mit ihrem Toningenieur Bruce Botnik kurzerhand selbst. Und eben dieser Botnik machte zum 40. Jahrestag eine unglaubliche Entdeckung…

The Doors - L.A. Woman.

The Doors – L.A. Woman.

Als Bruce Botnik die Mastertapes für die Zusammenstellung einer Jubiläumsedition von „L.A. Woman“ sichtet, hebt er einen versunkenen Schatz: Auf den Bändern befindet sich ein verschollener Track, das bisher völlig unbekannte „She Smells So Nice“. Eine Sensation, die nun bereits seit dem 09.02. auf Facebook allen Ohren zugänglich ist.

Und natürlich ist diese ausgelassene, improvisationsfreudige Rarität aus dem Hause Morrison, Manzarek, Krieger & Densmore auch auf der Anniversary-Ausgabe zu hören – denn neben dem kompletten Original-Album enthält dieses eine zweite CD mit „She Smells So Nice“ und acht bisher unveröffentlichten Songversionen.

Auch 2012 hat „L.A. Woman“ nichts von seinem Blues, seiner Kraft und seiner melancholischen Schönheit verloren, und beim Wieder-Hören kann man nicht umhin, den allzu frühen Tod Jim Morrisons nur wenige Monate nach der Veröffentlichung 1971 zu bedauern.

Trotzdem: „Love Her Madly“ wird für immer einer der intensivsten Lovesongs sein. „Been Down So Long“ beißt sich auch noch 40 Techno-Jahre später mit seinem trotzig-rohen Rhythmus wütend im Ohr fest, „Riders On The Storm“ und „L’America“ haben ebenfalls nichts von ihrer düsteren Kraft eingebüßt und wer heute beim Rhythmuswechsel in „L.A. Woman“ keine Gänsehaut bekommt, der hat Musik wohl noch nie mit dem Herzen gehört.

Die Alternative-Rohversionen dieser Stücke sind in ihrer rauen, unpolierten Art oft noch blueslastiger als die Original-Albumfassungen. Manchmal scheinen auch Drogen mitzuklingen – insgesamt interessant, aber mit dem Anti-Rising des Mr. Mojo aka Jim Morrison auch mit einem bitteren Beigeschmack behaftet. „She Smells So Nice“ ist dagegen fröhlich und ein wahres Goldstück, das schon längst eine Veröffentlichung verdient gehabt hätte – ebenso wie der eher unbekannte Blues-Standard „Rock Me“. Doppelter Grund für Geburtstags-Freude und ganze vier Happy-Anniversary-Punkte für „L.A. Woman“ 2.0!

Alle Doors-Fans dürften sich außerdem über die auf DVD und Blu Ray erschienene Doku „Mr. Mojo Risin’: The Story of L.A. Woman“ freuen, die neben einigen Live- und Studio-Performances auch aktuelle Interviews mit Ray Manzarek, Robbie Krieger und John Densmore sowie dem Elektra-Record-Labelgründer Jac Holzman, dem Doors-Manager Bill Siddons und Bruce Botnik enthält.

Bewertung: 4
Highlights: Schweren Herzens entschieden für „Been Down So Long“, „L.A. Woman“ und „Riders On The Storm“. … und alle anderen….

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s