Kärbholz im K17, Berlin am 28.12.2011.

Das 5. Album „100%“ der selbsternannten (und verdienten) Voll!Voll!Vollgas-Rock’n’Roller aus Ruppichteroth gab ordentlich Anlass zur Vorfreude aufs Konzert. Und im Dezember war es dann endlich soweit: Für Berlin war ein flotter Dreier der „Einzig wahren Rockband“ mit 9 mm AR und Betontod angesagt.

(c) Kärbholz

(c) Kärbholz

9 mm ARR eröffnet mit Assi-Rock’n’Roll und eher verhaltener Publikumsbeteiligung. Was bleibt, ist ein vager Eindruck von Rammstein, rauer Shouterei und hartgespülter Status Quo-Optik.

Positiver Nebeneffekt: Noch mehr Vorfreude auf Kärbholz. Und wie’s scheint, bringen die vier Ruhrpott-Rocker von den vorhandenen 600 Leuten im ausverkauften K17 ohnehin den größten Anteil Fans mit, die Anhängerschaft scheut keine Mühe, und seien die Wege noch so weit. Hauptsache, es rockt vom Allerfeinsten.

Und die Doppelaxt schlägt heftig ein: Los geht’s mit „Kein SOS“. Ab dem ersten Ton kommt Bewegung ins Publikum. Die Nord-, Ost-, Süd- und Westhölzer stehen, springen und pogen zusammen – und verrotzte Stimmbänder hin oder her, notfalls ersetzt eben der Publikumsgesang den angeschlagenen Torben Höffgen.

Außerdem klingt das, worauf es bei Kärbholz mindestens genauso ankommt wie auf den raustimmigen Frontmann, gewohnt virtuos, vielseitig und gekonnt: Auf Songwriting-Mastermind Adrian Kühn an der Gitarre ist einfach Verlass. Brettharter Powerchord, Akustikeinsatz, Ska-Rhythmus – das passt, wackelt und macht Laune!

Aber weiter im Programm: Nach dem Anti-Rechts-Statement „Timmi halt’s Maul“ ist Schluss mit Politik, denn auch „Dumm geboren“ kann man „Auf beiden Beinen“ im Leben und auf der Bühne stehen. Motto: „Ich bereue nichts“. Ungeschlagener Höhepunkt: „Nacht ohne Sterne“ – da zeigt Kärbholz, was sie textlich und musikalisch draufhaben.

Noch besser hätte nur „Du bist König“ sein können, aber das gab’s leider nicht. Denn bei flotten Dreiern ist die Spielzeit mit 45 Minuten arg begrenzt und die richtig guten Bands schneller vorbei als einem lieb ist. Aber einer geht immer noch – und da gab’s traditionell eine extralange Version von „Mein Weg“ mit allerhand Publikumsscherzen von Mitsingen bis Mitspringen. Kurz gesagt: Lebensbejahende Beatmusik par excellence und die schönste Art, Auf Wiedersehen zu sagen.

Und wenn’s am schönsten ist, soll man ja sowieso gehen. Kärbholz lassen sich auch vom punkigen Headliner Betontod nicht toppen – denn die Bonner Jungs tragen ja nicht umsonst den Titel „Einzig wahre Rockband“.

Das wusste der geneigte Leser nicht? Dann verabschiede er sich schleunigst von Anfängern wie Rammstein, AC/DC oder gar den Rolling Stones: 2011 wurde den Hölzer beim gleichnamigen Wettbewerb der Warsteiner Brauerei von 824 Fans unter insgesamt 4.312 Teilnehmern ganz klar der Titel zuerkannt. Da konnten Randgruppen wie Metallica & Co. einpacken.

Und womit? Mit Recht!! Vollgas-Rock’n’Roll rulezz, und das erfolgreich seit 2003.

Für 2012 munkelt man auch schon von einem neuen Album… und wenn sich Kärbholz bei der letzten Scheibe auf „100%“ gesteigert hatten, dürften dieses Mal vermutlich noch ein paar Prozentpunkte mehr zu erwarten sein. Titelträger rocken eben.

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