Sir Psyko & His Monsters – Till The End.

(VÖ 23.12.2011) Nach den rotz-rohen Diamanten “Zombie Rock” und “Reaper’s Tale” gibt’s endlich Nachschlag von Österreichs jungen Wilden. Sir Psyko & His Monsters – kurz SPAHM – are back in town! In Ghosttown, um genau zu sein. Denn bei ihrem dritten Album trifft Kick-Ass-Psychobilly auf Wilden Westen…

Sir Psyko - Till The End.

Sir Psyko – Till The End.

„Till The End“ beginnt nach einem kongenialen Klavier-Intro mit „Welcome To Our Hell“. Ein wenig zahmer als gewohnt, aber das muss an der Aufnahme liegen – live dürften dieser schweißtreibende Kontrabass von Sir Psyko und die tobenden Gitarren seiner Monster alles andere als verhalten sein. Und solange man sich das Ganze auf der heimischen Anlage zu Ohren führt, hilft ein kleiner Trick: Hand nach dem Volume-Knopf ausstrecken und das Ding einfach auf Anschlag drehen!

Das kommt nicht nur der Geschichte des „Pistolero“ zugute, sondern auch dem nachfolgenden „Lonesome Rider“, einem der absoluten Knaller auf diesem Album: Hier reitet eine Bad-Boy-Version des Lucky Luke durch eine ausgestorbene Stadt, den Hut tief in die Stirn gezogen, lässig pfeifend. Nachdem auf den Vorgängeralben die Blechblasfraktion aus einem Saxophon bestand, gibt’s jetzt Trompetensupport mit Mexiko-Feeling.

Mit Pfiff geht’s weiter: Bei „Dead Man Walking“ zeigen die Brüder Sir Psyko und Ben666, dass sie stimmlich noch einiges mehr drauf haben als Psychoroaring und Zombie-Rufe: Hier bekommt man beim Refrain angesichts des plötzlich auferstandenen Elvis richtiggehend Gänsehaut.

„Each Day (FTW)“ ist die traditionelle Lektion zur Psychobilly-Mentalität – „we never think about tomorrow / we we give a fuck about the past“ – und was dann folgt, ist nahezu episch schön: Das Instrumentalstück „Los Cuatro Condenados“ ist feinster Tarantino-Rock à la Tito & Tarantula. Das anschließende „Outlaws“ – eine akustische, in einem Take aufgenommene Spaghetti-Western-Schönheit – lässt einige Johnny-Cash-Reminiszenzen mitklingen… wieder etwas Neues bei Sir Psyko, mit den Jungs wird einem so schnell nicht langweilig.

Aber mit Enthusiasten wird es eben selten öde: SPAHM sind in der Szene nahezu berüchtigt für ihre Live-Auftritte, da wird geschwitzt, mit den Augen gerollt, gebrüllt und gerockt, was die Instrumente hergeben. „Nowhere Train“ und „Bad Girl“ sind dementsprechend klassische Sir-Psyko-Stücke – Psychobilly pur, schnörkellos und tanzbar. „The Crazies“, des Teufels Söhne, sind nicht aufzuhalten, einmal gehört – nie mehr ohne. Und der entsprechende Song knallt dementsprechend rein, der ein oder andere kleine Grammatikpatzer tut da nichts zur Sache.

„Long Way Back Home“ ist ein Stück voller Sehnsucht, Power und Energie. Riffs, Double Bass, da passt alles, das macht weh- und tanzwütig zugleich. Nach dem Titelsong „Till The End“ gibt’s noch einen Bonus-Track, bei dem das musikalische Multi-Talent Sir Psyko mit fliegenden Fingern noch seinem Piano zuleibe rückt.

Nach dem Erstling „Zombie Rock“ (2008) mit Gassenfegern wie „I Sold My Soul“, „Monsterbilly Queen“ und einem krachenden Cover von „Ghost Riders (In The Sky)“ wurde der Nachfolger „Reaper’s Tale“ (2010) von P. Paul Fenech, dem legendaren King of Psychobilly und „M3t3ors“-Mastermind, produziert. Und wie: „Bastard“? “Out For Blood”? Frage nicht nach Sonnenschein in Zombieworld. Großartig! Anhören! Aber Vorsicht – SPAHM macht nämlich extrem süchtig.

Bewertung: 4,5/5
Highlights: Lonesome Rider, Los Cuatros Condenados, Long Way Back Home

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