The Black Keys – El Camino.

(VÖ 02.12.2011) Mit ihrem siebten Album “El Camino” scheint das Drums/Guitar-Duo Dan Auerbach und Patrick Carney an den kommerziellen Erfolg von “Brothers” anknüpfen zu wollen. Gut möglich und sehr tanzbar, allerdings geht das auf Kosten neuer Ideen. Macht aber nix, sondern Laune!

The Black Keys - El Camino.

The Black Keys – El Camino.

Bis „Brothers“ den Black Keys 2010 den verdienten Durchbruch verschaffte, hatten Auerbach/Carney schon einiges hinter sich: Wie es sich für Sandkastenfreunde gehört, diente ihnen eine Waschküche als Übungsraum, und dass sie jemals mehr als 2.000 Tickets für ein Konzert verkaufen könnten, davon träumten sie nicht einmal. Vermutlich war ihr Traum auch einfach dieser: Musik machen, wie ihnen Drumsticks und Plec gewachsen sind, ohne Kompromisse und ohne auf die Charts zu schielen. Massenerfolg? Wenn man bedenkt, dass die beiden ihre eigene Grammy-Verleihung bereits nach 15 Minuten wieder verließen, dürften sie mit ihrer Rolle als Geheimtipp eigentlich ganz zufrieden gewesen sein.

Dennoch: Mittlerweile besitzen sie dank des Erfolgs ein brandneues (wenn auch mit Uralt-Equipment ausgestattetes) eigenes Studio in Nashville. Und bei ihrer dritten Zusammenarbeit mit Gnarls Barkley-Produzent Danger Mouse haben sie dort tempomäßig ordentlich auf die Tube gedrückt.
Vorweggenommen: Viel Neues gibt’s nicht. „El Camino“ ist aber auch ohne große Innovationen ein äußerst angenehmes Album. Beste Begleitmusik, um morgens mit guter Laune aufzustehen, durch den Tag zu tanzen und um es abends für die richtige Ausgehstimmung seinen Freunden vorzuspielen. Schon beim ersten Song „Lonely Boy“ kann man eigentlich gar nicht oft genug REPEAT drücken, denn bei der bereits vorab als Amuse-Oreille gereichten Single stimmt einfach alles – fetter Sound, treibende Drums, rotzige Gitarre, alles. Da kann man wirklich nur noch tanzen.

Das nachfolgende „Dead And Gone“ ist trotz vielversprechender Bassline und Whitestripes-Drumsound etwas piepsig geraten – vermutlich liegt das am Glockenspielgeklimper. Aber bei „Gold On The Ceiling“ gibt’s wieder dreckigen Gitarrensound, wie man ihn sich von dem Bastard-Blues-Garagerock-Duo schöner nicht wünschen könnte. „Little Black Submarines“, ein trauriges Lied über Irrsinn und Verlust, beginnt als langsames Akustikstück – fast kommt einem hier „Stairway To Heaven“ in den Sinn, und das ist ein Kompliment –, bevor schließlich ein wahrer Rock(an)sturm losbricht. Hier rauscht und knarzt das LoFi-Equipment am schönsten! Mit „Money Maker“ gibt’s danach eine Portion Blues, bei „Run Right Back“ schöne Riffs und bei „Sister” schon fast nervtötende, mittels Schlagzeug eingeprügelte Eingängigkeit.

„Hell of A Season“ hat einen wunderbar swingenden, zerhackten Sound, spätestens hier landet man mit beiden Füßen zuckend auf der Tanzfläche. „Stop Stop“ klingt etwas sehr nach „Radiomusik“, aber „Nova Baby“ ist gradlinig, einfach, und deswegen doppelt schön und sorgt mit „Mind Eraser“ für einen gelungenen Abschluss.

„Wir wollen, dass unsere Platten richtig scheiße klingen. Aber das bitte gut.“ Wenn das wirklich der Herzenswunsch von Dan Auerbach war, dann wurde er bei so einigen Songs auf „El Camino“ erfüllt. Also: Laut hören!! Dann klingt’s am besch…wingtesten!

Bewertung: 4/5
Highlights: Lonely Boy, Little Black Submarines, Hell Of A Season

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