Der Adventskalender oder Dezember-Re-Blog.

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, eine neue Geschichte für den Adventskalender des Bücherstadt Kuriers einzureichen… stattdessen habe ich im Moment nichts im Kopf außer Roman Nr. 2 und dementsprechend wurde nichts aus diesem hehren Plan.

Alternativ hab ich mir etwas anderes ausgedacht: In den nächsten 24 Tagen werde ich über die Facebook-Seite dieses Blogs jeden Tag eine Geschichte aus dem Archiv rebloggen. Im letzten Jahr hat sich ganz schön was angesammelt, nicht immer unbedingt besinnlich, aber doch (hoffentlich) geeignet, um der puren Konsumlaune ein bisschen contra zu bieten.

Deswegen habe ich zum Auftakt gleich mal was Heißes ausgesucht: Here we go.

  1. Der Brand oder Von dem, was bleibt
  2. #7 Promiskuität (als wenn ich gewusst hätte, was 2014 mit sich bringt…)
  3. Da steht die Welt noch offen: Weihnachtsfreundlichkeit und so.
  4. Hundejahre. Eine meiner ersten-letzten Storyskizzen aus 2004.
  5. Draußen vor der Tür. Geschrieben so um 2000, überarbeitet 2011.
  6. #9 Rabeneltern. Ob die ihrem Kind was in den Schuh tun werden?
  7. Schlangenleder oder Wer nervt noch mehr als Yoko Ono?
  8. Hunger - wohlmöglich gut gegen Weihnachtsspeck.
  9. Junkies auf der Rolltreppe oder Vom Schreiben.
  10. #6 Achtsamkeit. Davon kann man nie genug haben, Advent hin oder her.
  11. #2 Westendstories: Schoki, wem Schoki gebührt.
  12. Please don’t pull the string. Vom Master of Puppets.
  13. Hinter der Wand – Mit Links zu allen Teilen der Morr-Geschichte.
  14. Kriegsostern oder Meine Oma, die kleinkriminelle Schnökerin – Family Stuff.
  15. Der Spreepark brennt - Weil da grad ein ganz goldiger Weihnachtsmarkt ist.
  16. #5 Winkekatze oder Literatur für die Tonne.
  17. Uropa Köln oder Der Bär ist da, schließt das Tor! More Family Stuff.
  18. #4 Westendstories – Malen nach Zahlen oder Marie und ihr guter Vorsatz.
  19. Spotify oder Runter mit den Spendierhosen!
  20. Alles, was man braucht – Weil manche Anlässe bleiben.
  21. Reden ist Silber, Fegen ist Gold. Auch zum Fest der Liiiiebe.
  22. Senioren-Akrobatik oder Wie meine Oma das Haus zurückeroberte.

 

 

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Was ist eigentlich mit Katharina.

In den letzten Monaten, bevor Christoph verschwand, haben die beiden ja nur noch gestritten.

Vielleicht waren sie zu früh zusammengezogen, hatte Katharina manchmal geklagt. Christoph war extrem ordentlich, sehr organisiert, am liebsten hätte er jeden Tag durchgeplant von den Mahlzeiten bis hin zur Schlafenszeit. Katharina dagegen war anders. Leute, die sie mochten, nannten sie eine Chaotin. Ehemalige Mitbewohner, denen sie mit ihrem eigenwilligen Ordnungs- und Putzsystem schwer auf den Wecker gefallen war, nannten sie ein Dreckschwein und eine Schlampe.

Christoph fand das insgeheim auch, aber er liebte Katharina und er verteidigte sie, wann immer jemand sich auch nur einen blöden Spruch erlaubte. In ihrer gemeinsamen Wohnung fanden die beiden eine gute Lösung: Katharina kochte mit Leidenschaft, sie backte und briet, dass Christoph innerhalb weniger Wochen seine Ecken und Kanten verlor und von drei warmen Mahlzeiten am Tag auf Salat und frischgeschrotetes Müsli umsteigen musste. Mit Rückfällen, denn Katharinas Braten, Soßen und Torten waren einfach zu gut.

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Und dann gab es noch Hans oder Der eine, der fehlt.

Mein Opa kommt aus einer kinderreichen Familie. Wenn seine Mutter wieder einmal zwei Wochen lang weinte, wussten die Großen: Da ist wieder was im Anmarsch. “De Vadder muss nur de Underbotz ustrecke”, schimpfte sie und auf Kölsch klingt das heute lustiger als es damals war.

Wenn mein Opa mir all seine Geschwister aufzählt, nimmt er jedes Mal die Finger zur Hilfe: Der erste war Wilhelm, der musste ins Kloster. Der zweite, Reinhard, starb den frühen Kindstod in der Wiege. Dann kam Käthe. Dann kam Martha. Und dann kam Fred, “der war e Chriskindsche”, also für nichts zu gebrauchen. Fred musste keine Hausarbeit machen, der hatte genug damit zu tun, seinen Kopf auf den Schultern zu behalten. Und “zwee hett de Katz jefresse”, Uroma Kölns Euphemismus für zwei Fehlgeburten.

Dann kam mein Opa. Und dann – an dieser Stelle leuchten seine Augen jedes Mal auf – “und dann gab es noch Hans.” Sein Lieblingsbruder, der buchstäbliche Namensgeber von Hans Dampf-in-allen-Gassen, ein aufgeweckter kleiner Junge, der einen von dem einzigen bekannten Foto mit Lausbubengrinsen anstrahlt. “Die Drei von der Tankstelle”, nennt mein Opa das Bild: unten der kleine Hans mit seinem Käthe-Kruse-Gesicht, mein Opa mit Schiebermütze (und auch sonst schon unverwechselbar mein Opa) und beide überragend, mit entrücktem Blick, Fred.

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#Groupon: Der Danckelmannkiez oder JWD, aber schön.

Home, sweet home… zwei Jahre habe ich im Danckelmannkiez in Charlottenburg gewohnt: Schlosspark links, Lietzensee rechts und in der Mitte meine White-Trash-Straße. Schön war’s, und zwar schöner als man von Kreuzberg-Prenzlauerberg-Friedrichshainer Warte aus gemeinhin denkt.

Danckelmannkiez

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Ein Sturm zieht auf.

I.

“Irgendwas wird passieren”, sagt er, “und es liegt an uns, wie es ausgeht.”

Ich bekomme Magenschmerzen, einen Kloß im Hals und die große Sinnkrise, wenn ein paar Parolen rufen, einige im Garten die Zombiefallen eingraben und so manche im Stillen den Not-Rucksack für die Apokalypse packen. Irgendwas wird passieren. Muss vielleicht passieren, damit wir wieder aufstehen können, damit die Verhältnisse wieder stimmen, damit endlich der Reload-Knopf gedrückt wird.

Irgendwas liegt in der Luft.

Wenn ich anfange, darüber nachzudenken, möchte ich alles hinschmeißen und direkt in den Wald gehen. Irgendwo, wo mich keiner findet. Vermutlich also nicht auf dieser Welt.

Ich will kein Nazi sein – muss man das immer dazusagen, wenn man einfach im Frieden und mit allen im gleichen Recht leben will? Wenn man will, dass allen dasselbe erlaubt ist, mit gleichem Maßstab?

II.

Ich bin kein großer Diskutierer, kein Wortführer, niemals. Ich bin kein Genderling, kein Argumentierer, ich bin nicht politisch. Ich möchte die Fenster fest verriegeln, mehr fällt mir nicht ein. Feige, nur noch fliehen.

Und dann die Sinnfrage. Was ist noch wichtig, was wird noch wichtig sein?

Man lebt weiter als wäre nichts. Man isst, man trinkt, man schläft – ruhig, sogar. Und wenn nicht, dann jammert man am Morgen. Man schreibt, man tanzt, man geht zum Sport – wobei Fitbleiben für den Wald sicher nicht das größte Übel ist.

Und sonst? Welcher Weg ist richtig? Diese Frage stellt sich sonst schon oft, vielleicht zu oft, und vielleicht fast jeden Tag. Aber jetzt kann es anders werden, die Möglichkeit besteht als Drohung und als Chance vielleicht sogar. Unser Alltagsshit, der Haushalt, die Arbeit, die Sexprobleme, Feiertage und der Typ, der einfach nicht mehr anruft… davor wird man die Fenster schließen, und zwar fest.

Reload.

III.

Ein letzter Nachsatz: Es geht mir nicht um Pegida an sich. Die Abkürzung ist Schwachsinn, das sollte jeder wissen, der sich im Menschsein über den Brotscheibenstatus erheben will. Schlimmer ist: Wann immer “Tausende” den Rufen solcher Anlässe folgen, da stimmt etwas nicht. Da sollten die, die sich da Volksvertreter nennen, ganz genau hinhören, was gewollt wird. Ganz genau.

Es ist etwas faul im Staate, und der heißt nicht Dänemark.

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Happy 2014.

Es war nicht das Beste aller Jahre. Aber auch nicht das Schlimmste.

Es war ein Jahr voller Episoden, jede für sich so kurz und viel länger als sie in Tagen auf dem Kalender dauerte. Niedergänge von Hoffnung, Stetigkeit und Integrität, unbekannte Ufer auf allen Seiten und immer wieder Neuanfänge. Es war nicht das Beste aller Jahre, aber auch nicht das Schlimmste. Vor allem könnte es das Jahr werden, in dem ich am meisten zu lernen begann.

Man kann Zutrauen finden, zu sich selbst.
Man kann sich zutrauen, dass man weiß, was richtig ist.

Ich muss davon schreiben, wie es war, sich einen Traum – den einen Traum – zu erfüllen. Ich wollte immer ein Buch schreiben, geschrieben wurde es längst, doch jetzt wird es auch verlegt. Dass ich mal Autor sein würde, nein, das wusste ich nie. Gewünscht habe ich es, und dafür gearbeitet, oh ja.

Und dass mir dabei der Rücken gestärkt wurde, von allen Seiten und oft zum ersten Mal, das hat mich wachsen lassen. Mich den aufrechten Gang gelehrt. Die Angst, dass alles nur ein Wunsch bleiben könnte, dass es wieder zurückfallen würde in die Grube des Dubistnichts, die ist noch nicht besiegt. Aber das Wissen, das so viele aufgestanden sind für das, was ich allein wollte, das bleibt. Whatever happens.

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Past Concerts: Concert for George, Royal Albert Hall/London, 20.11.2002.

“Little things that change you forever.”

Als George Harrison vor über 12 Jahren starb, war ich traurig. Als Teenager hatte ich meine Zeit als Hardcore-Beatlemaniac und das hat mich geprägt. In dem, was ich bin – so blöd es klingt. Musikalisch sowieso. Und daher war es für mich ein großes Ereignis, dass ich tatsächlich zu diesem Konzert nach London fliegen konnte. Und mich irgendwo, ganz winzigklein, am Rand dieses Video weiß.

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# Rakuten: Mopsfidel statt hundemüde!

Manchmal werde ich gefragt, womit ich eigentlich mein Geld verdiene, und nach über vier Jahren im Texterbusiness habe ich mit meinem aktuellen Job die wohl schönste Antwort darauf gefunden: Ich arbeite als Storyteller.

Say whuuut? Hinter der schönen Bezeichnung steckt vor allem eine Menge Konzeptarbeit: Der Online-Marketplace Rakuten bietet Händlern die Möglichkeit, ihre Produkte (anders als bei Amazon) auf einer personalisierten Webseite anzubieten. Und wenn an diesem Shop Optimierungsbedarf in Sachen roter Story-Faden, Design und/oder Usability besteht, dann komme ich ins Spiel. Meine Aufgabe ist es, den Shop so zu überarbeiten, dass er zweckmäßig, unterhaltend und individuell gestaltet ist.

Als Beispiel mein aktuelles Projekt: Die DoggyBed Hundebetten Manufaktur stellt orthopädische Hundeschlafplätze nach menschlichem Matratzenvorbild her – sprich: Statt buntem Blingbling wird hier Qualität geliefert, die nicht nur jahrelang hält, sondern sogar Hunde mit Arthrose und anderen Beschwerden schmerzfrei schlafen lässt.

Klingt gut und sieht jetzt dank der immerfröhlichen Programmier- und Designer-Jungs von der Discountagentur aus Hannover auch gut aus, schaut selbst:

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#Groupon: Little Vietnam oder Im Reich von Mitte.

Ich werde ganz wehmütig bei dieser kleinen Restaurantkritik… in den letzten vier Jahren habe ich eine wahre Arbeitsplatzodyssee hinter mich gebracht: vom coolen Mitte ins teure Mitte ins Nichts, ins coole Kreuzberg, ins Nichts von Kreuzberg und jetzt Prenzlauer Berg. Und im coolen Mitte konnte man – wenn man es irgendwie geschafft hat, die Scharen von Touristen beiseite zu drängen. – einfach am besten essen. Oh, “VietCong” und Viet Village… ihr seid einfach nur eins: total nom-nom.

Little Vietnam

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Der Klappentext – Klappe, die Zweite!

„Und doch werde ich es wieder tun, wieder – noch ein letztes Mal – das Herz offenlegen, beim nächsten, den ich lieben will. Alte Narben vergessen und klüger sein. Das schwöre ich mir.“ Sie sucht den Einen und macht sich austauschbar, findet Affären und hofft dabei auf Liebe: Wenn das Konzept der klassischen Lovestory nicht mehr aufgeht, ist alles möglich, aber nichts einfach. Diese Geschichte für alle geschrieben, denen die promiskuitive Unverbindlichkeit der Großstadtnächte manchmal zum Hals raushängt. Denn „was die Sehnsucht nicht tötet, das brennt in ihr heller denn je.”

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Der Klappentext.

Meine liebe Crowd,

bei der Buchgestaltung geht es langsam ans Eingemachte, und zwar kräftig! Beim Cover geht es darum, anzulocken, und dann entscheidet entweder der erste Satz – oder das, was als Klappentext hinten draufsteht, über Fall oder Aufstieg. Ihr wart mir bisher eine unschätzbare Hilfe, deswegen baue ich auch diesmal auf eure Kompetenz: Welcher der drei Klappentexte a) passt am besten zu meinem Buch? b) würde euch ansprechen?

1 DIE ZITAT-VARIANTE

„Und doch werde ich es wieder tun, wieder – noch ein letztes Mal – das Herz offenlegen, beim nächsten, den ich lieben will. Alte Narben vergessen und klüger sein. Das schwöre ich mir. Denn die Hoffnung sucht weiter. Die Sehnsucht nach dem Einen bleibt. Der Glaube an den Krawallprinzen, an den, der einem das Herz rettet. Was die Sehnsucht nach Liebe nicht tötet, das brennt in ihr heller denn je.” – Eine junge Frau und ihr Berliner Sommermärchen: eine Trennung, viele Männer und am Ende eine Entscheidung. Familie, Freiheit – oder doch Liebe?

2 DIE KONZEPT-VARIANTE

Verlieben, verlieren, vergessen, verzeihen und am Ende ist alles rosarot: Dieses Konzept einer klassischen Liebesgeschichte war einmal. Heute ist alles möglich, aber nie einfach. Es ist kein Liebesroman, in dem eine Namenlose von Freiheit erzählt und Sex meint. Einen Sommer lang sucht sie das Besondere und macht sich austauschbar, sie findet Affären und hofft dabei auf Liebe – und sie tritt den einzigen, der es ernst mit ihr meint, mit Füßen. Dabei entsteht ein Vielecksverhältnis zwischen Ex-Freund, One-Night-Stands und Beziehungsversuchen – so bunt und katastrophal schön wie die Hauptstadt selbst.

3 DIE SEX-ABER-VARIANTE

Es geht natürlich um Sex – auch. Aber hinter den flüchtigen Begegnungen einer Namenslosen steckt viel mehr, denn es geht um das, was am Ende von dem selbstverständlich und alltäglich gelebten Ja-Nein-Vielleicht-Karussell des Berliner Liebeslebens übrig bleibt. Damit ist diese Geschichte für alle geschrieben, die Berlin im Herzen haben – und die, denen die promiskuitive Unverbindlichkeit der Großstadtnächte manchmal zum Hals raushängt. „Was die Sehnsucht nach Liebe nicht tötet, das brennt in ihr heller denn je.”

Bitte einmal abstimmen, kommentieren, ergänzen, verwerfen, aufpeppen… ihr wisst schon. Merci!

Ein kurzes Update zum Cover: Wer die Debatte hier oder bei FB verfolgt hat, weiß, dass es hier wegen eines Corporate-Design-Konzepts (Text statt Bild, schlicht statt schreiend, auffällig statt zwanghaft wohlgefällig) nicht allzuviel Spielraum gibt. Mein Buch wird weiß sein. Punkt.

Aber der Untertitel wird nicht mehr auf dem Cover sein, sondern auf der Banderole – und die wird sowohl Farbe, als auch Grafik, als auch ein deutliches Berlin-Element enthalten. Mit der neuen Lösung bin ich recht zufrieden und ich freue mich sehr darauf, diese Ideen nach Weihnachten auch endlich umzusetzen!

 

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