swi: Silly Swingers.

Ursprünglich veröffentlicht auf Suburban Road.:

Die junge Frau vor mir hat ihren Einkauf immer noch nicht auf das Laufband gelegt, langsam wird der Platz knapp.

Ich stapele drei Pizzaschachteln, einmal Lasagne, die Currywurst und zwei Pakete Tiefkühlpaella eng nebeneinander auf, aber erst, als die Kassiererin schon nach meiner Pizza Funghi greifen will, leert die Frau den Inhalt ihres Einkaufskorbs aus: Hirsestangen für Kanarienvögel, zwei Gurken, drei Tiefkühlbaguettes, eine italienische Salami, und eine Dr. Best Zahnbürste poltern auf das Band. Und eine Schachtel Kondome. In diesem Zusammenhang sieht plötzlich alles Gekaufte phallusförmig aus, denke ich und muss grinsen, während ich mich nach dem Sixpack in meinem Einkaufswagen bücke.

Als wenn sie meine Gedanken gelesen hat, wird die junge Frau rot. Es gelingt ihr nicht, den Einkaufskorb akkurat auf den Turm seiner bereits abgestellten Vorgänger zu setzen, er stellt sich quer und sie kann ihn nur mit einem Ruck an seinen Platz zwingen. Ihr Gesicht rötet sich…

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Drei Monate danach – wie geht’s weiter?

Drei Monate nach Fundingende ist die Frage, die ich am häufigsten zu hören bekomme: „Wann krieg ich denn eeeendlich mein Buch?“ Und, knapp dahinter: „Muss ich jetzt eigentlich noch irgendwas machen?“

Nein, musst du nicht – wir machen alles! Und „alles“ ist gar nicht mal so wenig: Zwei Lektoren haben das Manuskript geprüft und die von mir so gern genutzten Tippfehler entsorgt. Anschließend kam der Text zu mir zurück und es ging an die Änderungen. „Mehr Sex! Mehr derbes Vokabular!“ war der Hauptwunsch – den habe ich rundweg abgelehnt, denn die Welt braucht kein weiteres 50 Shades of Grey. Vor allem nicht von mir, haha.

Somit war der Posten Lektorat schnell abgearbeitet – als nächstes stehen Layout, Cover und Druck auf dem Programm. Hier gibt es auch schon tolle News! Statt Taschenbuch mit Banderole wie geplant, wird es nun wohl ein superschickes Hardcover mit passender Covergraphik. Sprich: Ihr kriegt mehr fürs Geld und ich freu mir ’nen stolzen Kullerkeks! Das Layout steht auch schon und sieht guuut aus, wie ich finde: große Kapitelüberschriften, Initialzeilen… schick.

Zum Erscheinungstermin: Wegen interner Umstellungen wird gerade eine neue Druckerei verpflichtet, denn trotz Wechsel soll weiterhin klimaneutral gedruckt werden und das macht – surprise! – nicht jeder. Anyway, Mitte/Ende März wird es soweit sein!

Dann werde ich mich zu kladde nach Freiburg aufmachen: zum signieren, Give-Aways verpacken und Bücher verschicken!! Außerdem ist eine Lesung mit meinem Verlagskollegen Jonathan Löffelbein geplant (leider noch kein Datum), die Book-Release-Party kommt (ich werde Bescheid geben) UND als felsenfestes Datum ist am 15.05. in Berlin eine Lesung mit der fantastischen Candy Bukowski aus Hamburg, dem großen (oh, wie doppeldeutig!) Alexander Winter und Musik geplant.

Keep the date, I keep you posted!

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#Groupon: Betahaus Berlin oder Sag mal, woran arbeitest du eigentlich grade?

Ich sitze zwischen Kisten und Kasten, halb gepackt, halb auf dem Weg zur Mülltonne und bin ganz froh, dass mir da keiner reinpfuscht. Wenn’s wieder kreativ wird, ist Input von außen aber durchaus willkommen und hilfreich:

Betahaus

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Begleitmusik Februar.

Song des Monats: Budzillus “Der Untergang”

Alles wird bald anders und das Chaos wartet schon… aufs ein- und wieder ausgepackt werden, hoffe ich. Neustart, Reload, 2.0 (oder 3.0), auf jeden Fall alles nochmal von vorn. Und hoffentlich gut.

Album des Monats: [keins]

… und das ist der Sinn der Sache. Albumlänge erreicht dieses “Stück” zehn Mal – wohltuende Leere breitet sich zwischen meinen Ohren zum Glück nach spätetestens 10 Sekunden aus. Enjoy the joy of… Nichts.

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#Groupon: Urban Spree oder Kunst to sit & to go.

Friedrichshain ist ja ganz besonders dafür bekannt, dass man hier prima feiern kann. Oder in verrückten kleinen Shops verrückte Sachen kaufen oder in abgeranzten Bars rumhängen kann. Oder dass man alles zugleich machen kann – wie im Urban Spree auf dem RAW-Gelände.

Urban Spree

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#Groupon: Kochhaus oder Was essen wir heute?

Früher war das Leben noch einfach, könnte man sagen. Da wurde gegessen, was auf den Tisch kam. Sobald man aber einen eigenen Herd sein Eigen nennt, verbringt man im Supermarkt und vor Kochbüchern etliche Stunden wertvoller Lebenszeit damit, sich immer wieder dieselbe Frage zu stellen: Was essen wir? Heute, morgen, am Sonntag?

Kochhaus

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Lass die Wut raus.

“Lass die Wut raus”, sagt Knochenkalle, “ist nicht gesund, wenn man was aufstaut.”

Langsam reicht es mir. Seine klugen Sprüche bringen mich nicht weiter – vor allem dann nicht, wenn ich weiß, dass er recht hat. Abgesehen davon, ich kann mir nicht vorstellen, dass er sich über etwas aufregt. Nicht so wie er jetzt da sitzt, nach dem ausgiebigen Frühstück die letzten Krümel vom selbstgebackenen Brot von der Tischplatte kehrt und sich dann gemütlich mit Kaffee und Pfeife in seinem Lieblingsarmstuhl niederlässt. Verflucht, Kalle strickt seine Lammwollsocken selbst – was weiß er von Wut?!

Ich sitze am Tisch über den Trümmern meines Handys, das gesprungene Display ist wohl noch das kleinste Problem. Die Blumenvase kann ich vergessen, Knochenkalle hat sie mit einem Achselzucken in den Ascheimer gefegt gestern abend. Mein Fuß tut weh, der rechte Handrücken ist blau und geschwollen, was musste ich auch um mich treten und schlagen ohne Schuhe und ohne hinzusehen.

Knochenkalle seufzt, holt Tonerde und verbindet meine Hand. “Du hast leicht reden”, sage ich. “Natürlich”, sagt er, “aber Reden ist nicht alles. Was glaubst du, wieso ich immer reichlich Feuerholz zur Hand habe?”

Er klopft leicht auf meinen bandagierten Handrücken und zusammen schauen wir aus dem Fenster. Vier Schuppen stehen in seinem Garten. Vier Schuppen, jeder bis zum Rand gefüllt mit ofenfertig gespaltenen Holzscheiten, und mitten im Hof steht der Hackklotz. Groß, geborsten, und jederzeit bereit zum Gebrauch.

 

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Leben in Schwarz-Weiß.

onelovelyblogawardDer von mir äußerst geschätzte Monsieur Manie hat mich für den One Lovely Blog Award nominiert! Herzlichsten Dank dafür! Diesmal hat das Frage-und-Antwort-Spiel eine neue Tiefe gewonnen, denn hier muss man sich auch die Fragen selber ausdenken – bzw. die Fakten. Hier kommen also 7 Wahrheiten über mich:

1. Ich bin gern allein, bis zur Lebensnotwendigkeit gern.

… und ich werde sehr unerträglich, wenn ich es nicht sein kann. Eine Tür, die ich schließen kann, ist wichtig. Und selbst, wenn sie nur in meinem Kopf ist (und dort für andere eine Qualität erreicht, von der die Schöpfer des Eiserne Vorhangs nur träumen konnten): Ich bin leider gut darin, die Dinge für mich selbst zu regeln. Einsam? Selten. Isoliert? Selbstverschuldet. Glücklich? Oft.

2. Manchmal möchte ich unsichtbar sein.

Es gibt Tage, da würde ich in Gesellschaft gern eine Tarnkappe tragen. Für alle, die mein Schweigen bereits verwirrte: Es war schön mit euch! Sonst wäre ich nicht geblieben. Ich muss nicht zwingend mitreden, um Gesellschaft zu genießen. Da das aber keiner weiß (oder doch die wenigsten) und die gesellschaftlichen Konventionen auf Beteiligung sichtbar Anwesender beharren, wäre so ein Tarndings dann ganz praktisch. Oder ein Elbenmantel.

3. Mein Leben ist ein Schwarz-Weiß-Fernseher.

Mit Realität habe ich es nicht so. Das gaaaanze Leben ist ein Spiiiiel und wir sind nuuur die Kan-di-daten… Ernsthaft, manchmal-oft blockiere ich mich mit meinen eigenen Schubladen. Aber ich arbeite an den Grautönen und man munkelt bereits von echten Technicolor-Momenten.

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Mein Verleger kriegt nicht mehr Sex.

Gestern Abend habe ich die lektorierte Fassung vom “Druckstaueffekt” bekommen. Große Aufregung… und erfreulich wenig, was zu tun ist. Und mittleres Amüsemang, denn es wurde sich mehr Sex gewünscht. Mehr explizite Ausdrücke in Richtung feuchtfickenspritzschwanz und mehr Freude am Detail.

Ich musste nicht nachdenken. Die Antwort ist: Thank you, but thank you. Daran werde ich nichts ändern. Mancher, dessen Voyeurismus ich mit dem F-Wort-Zitat auf der Crwodfundingseite aufs Glatteis führte, wird sicher enttäuscht sein, aber nein. Und weil’s so amüsant war, hier ein kleiner Ausschnitt aus der nachfolgenden Konversation mit meinem Verleger:

Ich: Hahahaah, es gibt NICHT mehr Sex und schon gar nicht mit dem Vokabular. Never ever! Dafür gibt es all die 50 Shades of Grey, Vögelfrei und Berlin Calling-Dinger. Ich mag Szenen, wo nur die Kerze ausgeht, und man weiß einfach Bescheid.

Jonas: (lacht) Ja, typisch Frau!

Ich: Dafür gibt’s Pornos! Dafür muss ich kein Buch lesen. Zumindest nicht meins.

Jonas: Es gibt nur eine Erwartungshaltung beim Leser eventuell.

Ich: Ja, aber ich will diese Typen gar nicht, die mir Schlafzimmerlesungen abkaufen wollten. Ich will die LeserInnen, die sowas selbst erleben, und ich will, dass die Promiskuitäts-Freiheits-Geschichte mal anders erzählt wird.

Jonas: Aber du als Person verkörperst das (wenn man Dich nicht kennt): rockig, dirty, rothaarig.

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Betonschuhe.

“Es gibt eine Regel im Leben”, sagt Knochenkalle und stopft seine Pfeife, “wenn es gut und billig ist, wird es nicht schnell gehen. Wenn es schnell und gut ist, wirst du’s nicht billig kriegen und wenn es billig und schnell ist, kannst du dich drauf verlassen, dass es nicht gut ist.”

Zum ersten Mal bin ich sauer auf ihn, auf mich und dass er immer wieder Recht behalten muss. Immerhin sitzt sein Hintern bequem auf der Bank am warmen Ofen in seinem kleinen Haus, und während der Regen an die Fenster trommelt, hält das Dach dicht und nur die Scheiben beschlagen ein wenig. Er hat gut reden, während ich neben ihm hocke, auf glühenden Kohlen, mit Betonschuhen an den Füßen und einem Gefühl als müsste ich jeden Moment losrennen, obwohl alle Türen vernagelt sind.

Knochenkalle schüttelt den Kopf und zuckt die Schultern. “Sei ruhig wütend, das macht die Füße leichter.” Er lacht. Wieder. Irgendwann muss ich ihm sein grinsendes Gesicht zerschlagen, die Teetasse auf ihn schleudern, der Bierflasche auf seinem Besserwisserkopf den Boden abschlagen. Irgendwann, wenn er noch einmal sagt, dass die Zeit alles heilt.

Ich stehe auf, mit kalten Füßen schlurfe ich zum Ofen und lege Holz nach. Die Betonschuhe klirren auf dem gekachelten Boden. Und doch. Irgendwann werde ich wieder Gummistiefel anziehen und am Strand durch die Pfützen tanzen.

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