Dieser Konstantin. Dialoge.

Offenbar rede ich oft von diesem Konstantin, vielleicht zu oft.

“Warum ist sie eigentlich nicht mit diesem Konstantin zusammen?”, fragt mein Vater meine Mutter. Sie fragt mich, ich frage diesen Konstantin und auf dem Weg zu unserer nachmittäglichen Portion Koffein, Fett und Zucker lachen wir wie blöd, dass die Kaffeemaschine wackelt.

***

“Dieser Konstantin”, sagt mein Opa, “was ist das eigentlich für einer?”
Ich erkläre: Kollegenfreund, Freundkollege, Bücher, Filme, Schreiben.
“Hm”, sagt mein Opa. Die Hoffnung auf Urenkel leuchtet aus seinen Augen: “Ist der auch alleine?”
Nein. Dieser Konstantin ist nicht alleine, dieser Konstantin hat einen Mann.
“Ach”, sagt mein Opa und statt für Urenkel interessiert er sich jetzt für moderne Gesetzgebung: “Sind die verheiratet?”
Wunderbarer Opa, unverhofft wunderbar manchmal.

***

Und was sagt dieser Konstantin?
Der lacht zuende und schenkt sich noch ein Glas Kirschsirup ein.

“Wir? Wir sitzen nicht auf Planeten, wir reiten auf Kometen. 
Und irgendwann, irgendwann schlagen wir irgendwo ein.”

Das sagt er. Deal, my friend.

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Der Deutsche Buchpreis & ich. Nicht.

Ein Jackpot wär’s gewesen – oh ja. Seit ein paar Minuten stehen die 20 Titel fest, die es von den 167 Einreichungen auf die Longlist geschafft haben. Mein “Druckstaueffekt” bleibt unter den Einsendungen. Aber man schaue sich die Konkurrenz auch an:

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Anyway. Wer hätte gedacht, dass die Aufregung um die Veröffentlichung der Liste mal in mein kleines, kleines Leben einreiten würde. Das allein zählt schon. Ein bisschen. Also. Abschütteln, aufstehen, weitermachen. Und Disturbed hören, ziemlich laut.

Pffft. Dann wird das heute halt nur der Tag, an dem ich ein Macbook kaufe!

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Von literarisierter Sprache & anderen Must-Haves.

Vor ein paar Wochen habe ich mit Manuskript #2 einen (ersten und letzten) Versuch bei einer Literaturagentur gestartet. Heute kam die Ablehnung – warum ich das hier verkünde, hat mehrere Gründe: a) Es KAM überhaupt etwas. b) Es kam mit Begründung. Und c) Die Enttäuschung führte dazu, dass ich sicherer auf meinen Füßen stehe.

Aber von vorn. Ich zitiere aus der Absage-Mail der Agentur:

“Ich muss zugeben, dass ich schon nach Lektüre des Exposés meine Zweifel hatte, ob dieser kleine Rahmen, dieses Coming-of-Age einer (bzw. mehrerer) Beziehung(en) mir als Handlung für einen Roman ausreicht, war aber durchaus bereit, mich vom Text überzeugen zu lassen. Nur leider ist das dann nicht erfolgt, gleichwohl ich Ihnen nicht einmal deutlich benennen könnte, woran es „krankt“, ich kann Ihnen keine dramaturgischen oder figurenpsychologischen Punkte nachweisen, an denen ich das festmachen könnte. Verlage nennen Stoffe gerne „zu klein“, aber nur, weil weder ein Weltkrieg noch die Wende noch ein 3-Generationen-Konflikt noch eine Naturkatastrophe in einem MS steckt, macht es das für mich nicht uninteressant. Ich glaube, in Ihrem Fall ist es eher so, dass ich mir für diesen Plot dann zumindest eine stärker literarisierte Sprache, eine eigenere Stimme gewünscht hätte. Aber manchmal muss man auch einfach nur anerkennen, dass manche Bücher nicht  zu einem passen. Insofern bleibt mir nur, Ihnen mehr Erfolg an anderer Stelle zu wünschen.”

Bäm. Highfive, in my face, with a chair. Autsch. Einmal mehr höre ich, dass ich keine Literatur bin. Und überraschenderweise hört das wohl nie auf, weh zu tun. Ich tue, was wohl alle Schreiber tun, wenn so etwas kommt: Jammern & sofort alles hinschmeißen wollen. Aber am Ende raffe ich mich wieder auf und suche nach den Punkten, die mir weiterhelfen können (und die gibt es in jeder Kritik):

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Menschen: Sabine Wirsching und die Liebe, von der keiner weiß.

rocknroulette:

“Wo passiert es, dass Liebe zu Hass mutieren kann. Oder dass wir uns fragen, ist das jetzt wirklich Liebe oder war das nur ein: ich finde dich etwas mehr als okay nach zu viel Schnaps und Gefummele auf der Bierbank.”

– Großartige Zusammen-Arbeit mit der wunderbaren Sarah Riedenberger –

Ursprünglich veröffentlicht auf fuerhilde :

Keiner weiß, wo die Seele sitzt. Arme, Augen, großer Zeh… das lässt sich alles einwandfrei per Spiegel oder Anatomiebuch wiederfinden. Die Seele kann man nur fühlen. Meine befindet sich unter dem linken Schlüsselbein, hat sich gezeigt. Da fiel in schlimmen Zeiten alles in ein Schwarzes Loch und inzwischen scheint dort meine Sonne, so einfach ist das. Nur die Liebe kann ich auch nach über 30 Jahren, nach tausend Mal Schmerz und Glück nicht lokalisieren. Schmetterlinge fliegen im Bauch, sagt man. Das Herz tut einem manchmal fast weh vor oooooh-du! Und im Kopf kreisen die Gedanken um den Einen oder er schüttelt sich, weil’s doch keiner ist. Drei Orte, drei Arten (und keine Weise), drei ganz verschiedene Gefühle. Nimm den, sagt der Kopf. Du magst seine Wohnung, er riecht gut und Geldprobleme hat er auch keine. Er mag Kinder, hat Hobbies und wenn er Komplimente macht, dann sind sie ehrlich. Nimm…

Original ansehen noch 1.031 Wörter

Lila Sumpf hat rezensiert: Leseempfehlung Druckstaueffekt.

rocknroulette:

Ich war noch nie lieber Festivalbegleiter <3

Ursprünglich veröffentlicht auf Lila Sumpf:

In einem Rutsch auf dem Festival dieses Jahr durchgelesen – sagt ja schon einiges über das Buch aus :-)

Das sagt der Klappentext:

Eine Frau ist auf der Suche: Sie will das Besondere und macht sich selbst austauschbar, findet Affären und hofft dabei auf Liebe. Es geht um Sex – auch. Aber vor allem beschwört dieser Debütroman kein rosarotes Hollywoodmärchen, sondern erzählt realitätsnah von den Licht- und Schattenseiten eines unverbindlichen Beziehungslebens.

Ich muss ja gestehen, dass ich mit dem monochromen Design des kladdeBuchverlages so meine Schwierigkeiten habe … bin ja eher ein Freund von BUNT!
Und wann hatte ich überhaupt das letzte Mal ein Hardcover in der Hand? Und dann noch so klein? Hach, Gottchen… :-)

ABER… dann kamen die ersten Seiten… Dauerte gar nicht lange und *schwupps* war ich drin… :-)
Ich mag es, wenn Autoren und ihre Geschichten mich mitnehmen. Wenn ich mich in Dingen wiedererkennen kann…

Original ansehen noch 335 Wörter

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Berliner (Un)Bekannte: Die Perfekte.

11207328_841791012557232_7594034395103888538_nWenn man von Claudi spricht ohne ihren Namen zu kennen, wird sie meistens als “die, die immer perfekt geschminkt und frisiert ist” umschrieben. Und das ist wahr: An ihrem Outfit ist alles perfekt und von ihrem Fotogesicht könnte sich manches professionelle Rock’n’Roll-Model noch eine Scheibe abschneiden. Aber abgesehen von ihrem eigenen Stil hat Fräulein Witschaß eine Mission: Vom H&M-Model bis zur Frontfrau von Bonsai Kitten lässt sie auch andere perfekt aussehen. Als Freelance Maskenbilderin ist sie spezialisiert auf die Bereiche Fotoshooting, Tages-, Abend- und Showstyling und kennt sich – Überraschung! – besonders mit den Vintagelooks der 20er bis 50er Jahre aus.

Weshalb bist du Maskenbildnerin geworden?

Ich wusste als Kind auch schon vom meinem Umfeld her, dass ich später mal einen kreativen Beruf ausüben sollte. Aber dass ich Maskenbildnerin werden will, kam erst später… als mir als Jugendliche auffiel, dass ich bei Filmen vor auf die Masken geachtet und überlegt habe, wie diese wohl entstanden sind. Nachdem ich wusste, dass an der Schule in Dresden von 100 Bewerbern nur ca. 4 angenommen werden, rückte der Traum erstmal in die Ferne und ich lernte Kosmetikerin. Was ich bis heute nicht bereut habe – aber ich war doch sehr froh, als ich dann 2006 für die Ausbildung in Berlin angenommen wurde. Seit 2010 habe ich jetzt meinen Abschluss in der Tasche und kann meinen Traumberuf seit 2013 sogar selbstständig ausüben!

Auf was schaust du bei Fremden z.B. in der U-Bahn als Erstes?

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When The Rollercoaster of Life comes crashing down.

Sich verlieben ist die totale Scheiße. Das erkenne ich, wenn ich zwischendurch mal einen hellen Moment habe. Lieben – großartige Sache. Sich verlieben – große Scheiße. Liebe macht stark, verlieben nicht. Nie ist man schwächer, angreifbarer und verletzlicher. Ja, klar – auch glücklicher und jauchzender und tralala, wenn es gut geht. Aber ganz ehrlich: Wann geht es schon mal gut.

Also ist man schwach, angreifbar und verletzlich. Und wenn der andere nicht auch verliebt ist, womit es ja unter die seltene Kategorie „gut gehen“ fallen würde, wird man geschwächt, angegriffen und verletzt. In einer Tour. Man öffnet für einen anderen Menschen die Tür und der schmeißt einem zum Dank nicht nur die Fenster ein, sondern tritt einem auch direkt noch die Wände durch, so dass man am Ende ohne Dach über dem Kopf da sitzt. Nackt und zitternd und in Panik, wie man die kläglichen Reste seines Herzens diesmal zusammenkratzen soll. Aber man kratzt, weil man nicht aufgeben will. Kratzt zusammen, was noch da ist, nennt das dann Durchhalten und Hingabe und wartet dann im armselig zusammengeschusterten Verschlag seiner Emotionen darauf, dass der andere einem wieder die Bude zusammenschlägt. Sich verlieben ist die totale Scheiße, wenn der, in den man sich verliebt, jemand wie Till ist. Ein emotionales Wrack, dessen vier Wände so fadenscheinig sind, dass sein eigener Atem sie bei jedem Luftholen umpustet.

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Black Rebel Motorcycle Club oder Hallo, Phatti.

Wenn ich an meinen Vater denke, dann denke ich an Motorradfahren. Daran, wie er im Sommer seine 52er Ariel ankickte. Oder anzukicken versuchte – denn wenn es klappte, war es ja nur ein kick-aufröhr-und-weg. Wenn es nicht klappte, wiederholte sich das ktk-klack, ktk-klack vorm Haus so ein halbes Dutzend Mal, bevor es von einer Atempause unterbrochen wurde. Immerhin sind Lederjacke, entsprechende Hosen, hohe Stiefel und Helm bei Hitze nicht die leichteste Arbeitskleidung. Dann noch einmal ktk-klack, ktk-klack… Öffnen der Lederjacke. Ktk-klack, ktk-klack… und dann endlich das erlösende WRRROOOOM!! oder das entnervte Wegfeuern von Jacke und Helm nebst Auffrischung meiner frühkindlichen Fluchkenntnisse.

Damit wir uns nicht missverstehen: Mein Vater liebt sein Motorrad. In seiner ersten Wohnung stand es samt Werkbank in seinem Wohnzimmer (er wohnte im Souterrain) und frühe Sonntagmorgen begann er am liebsten auf der Landstraße. Sommers wie winters, bei Wind und Wetter. Während der kalten Jahreszeit trug er dabei eine Schaffelljacke, aus kompletten Fellen genäht, so steif und dick, dass er die Arme nicht krümmen und ich die stehende Jacke als Zelt zum Indianerspielen benutzen konnte.

Aber meine schönste Erinnerung ist nicht das scharf nach Schaf riechende Zelt (obwohl ich es sehr liebte), sondern etwas anderes: Als ich Kind war, kamen regelmäßig Freunde meines Vaters aus Westberlin zu Besuch. Für das Dorf waren sie vermutlich eine wilde Horde marodierender Rocker – ich hab sie geliebt. Weil sie ihren rotzigen Dialekt mitbrachten, lustige Geschichten, die durch den Dialekt doppelt so komisch wurden,… und die Trial-Ausflüge.

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Was mich den Sommer lieben lässt.

*** Sonne. Die Glut, die einem auf der Haut brennt, das Fleisch wärmt bis auf die Knochen und nichts übriglässt als Wohlbefinden und Schweiß.

*** In der Spree schwimmen. Vorsichtig über glitschige Stufen voller Algen steigen, mit dem Fuß im grünen Wasser nach der eisernen Leiter tasten, von der man nichts sieht als die oberste Stufe. Dann Abfall ins Nichts, ins dunkle Nichts, das 50 Meter tief sein könnte, und vermutlich nur 5 tief ist. Aber tief genug, um voller Fische zu sein, langen Greifarmen und Seeungeheuer, die meine weißen Beine mit bleichen Augen beobachten, wenn ich endlich den Sprung ins Wasser gewagt habe.

Das Wasser. Das eiskalte, kühle, erfrischend klare Wasser, was mir die Luft aus den Lungen drückt beim Eintauchen und die ganze Hitze, die ganze schwitzende Klebrigkeit wegspült. Was den ganzen Körper klärt und strafft und anstatt des überhitzten Blutes durch meine Adern fließt. Luft schnappen, Arme strecken, Beine strecken, durchziehen. Langsam, stetig, wie ein Frosch durchziehen.

Schnaufend und prustend aus dem Wasser steigen, die Gänsehaut zieht alles zusammen – bis sich Wärme ausbreitet. Das erwärmte Blut heizt das kalte Fleisch auf, aber alles bleibt straff und glatt, nichts klebt, nichts schwitzt. Heiße Steinplatten unter den kühlen Füßen. Ganzheit, alles ist ganz.

*** Abendlicht. Das Gold im Wald, über der Wiese und auf der Haut.

*** Die ganze Nacht tanzen. Techno, Rock’n’Roll, ganz egal, und erst aufhören, wenn der Morgen schon grünlich-rosa im Osten graut, wenn die Füße schmerzen und der Schweiß auf der Haut trocknet. Am Bahnhof die Schuhe ausziehen, kühles PVC in der S-Bahn unter den Füßen und auf dem Heimweg warmer Asphalt, während die ersten Vögel singen und man Straßen und Wege mit niemandem teilt.

*** Schlaf unter einem dünnen Laken und ein weicher Wind, der durch die Dachfenster strömt.

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